Doppelmitgliedschaft in CDU und AfD: Thüringer Politiker stellt Partei vor Rätsel
Ella WagnerDoppelmitgliedschaft in CDU und AfD: Thüringer Politiker stellt Partei vor Rätsel
Frank Böwe, ein Kommunalpolitiker aus Thüringen, sitzt für sowohl die CDU als auch die AfD im Stadtrat von Ruhla und im Kreistag des Wartburgkreises. Die CDU hat seine Doppelfunktion anerkannt und prüft den Fall derzeit intern. Böwe betreibt zudem ein Sicherheitsunternehmen und hat der CDU finanzielle Zuwendungen zukommen lassen.
Böwe ist seit Jahren politisch aktiv. 2024 spendete er als Geschäftsführer der Böwe Security and Eventservice UG & Co. KG insgesamt 11.200 Euro an die CDU. Das Unternehmen, das aus seinem 1995 gegründeten SBS Sicherheitsdienst hervorging, beschäftigt heute 120 Mitarbeiter und unterstützt jährlich rund 350 Veranstaltungen.
Trotz seines Engagements für die CDU kandidierte Böwe auch für die AfD bei Kommunalwahlen. Die CDU hatte 2018 in einem Unvereinbarkeitsbeschluss jede Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen, da diese im Widerspruch zu christlich-demokratischen Werten stehe. Dennoch ist Böwes doppelte Mitgliedschaft in der Partei bekannt, was nun eine interne Überprüfung nach sich zieht.
Katharina König-Preuß, Landtagsabgeordnete der Linken, wirft der CDU vor, bei ausreichend hohen Spenden rechtsextreme Verbindungen zu ignorieren. Aus den Unterlagen geht hervor, dass Böwe 2024 keine Zuwendungen an die AfD geleistet hat.
Die CDU hält offiziell an ihrer Ablehnung einer Zusammenarbeit mit der AfD fest. Doch Böwes Fall zeigt die Spannung zwischen Parteiregeln und lokaler politischer Praxis. Die interne Prüfung wird klären, wie die Partei mit dieser Überschneidung umgeht.






