Erdrutschsieg der Freien Wähler: Jens Zangenfeind wird neuer Landrat in Miesbach
Matteo WolfErdrutschsieg der Freien Wähler: Jens Zangenfeind wird neuer Landrat in Miesbach
Jens Zangenfeind hat die Wahl zum Landrat des Landkreises Miesbach in Oberbayern gewonnen. Der Kandidat der Freien Wähler errang im zweiten Wahlgang einen Erdrutschsieg mit 78 Prozent der Stimmen, während sein Gegenkandidat Franz Schnitzenbaumer von der CSU mit nur 22 Prozent deutlich zurücklag.
Die Wahl folgte auf die Entscheidung des amtierenden Landrats Olaf von Löwis (CSU), nicht für eine zweite Amtszeit zu kandidieren. Von Löwis war Nachfolger von Wolfgang Rzehak, einem Grünen-Politiker, der später zur CSU wechselte und das Amt von 2014 an innehatte. Unter Rzehaks Führung festigte die CSU ihre Vorherrschaft in der Kommunalpolitik und erreichte bei den Kreistagswahlen 2018 und 2020 jeweils absolute Mehrheiten von 45 Prozent.
Zangenfeind, ehemaliger Bürgermeister von Hausham, trat gegen Schnitzenbaumer an, der zuvor das Amt des Bürgermeisters in Schliersee bekleidete. Das Ergebnis der Stichwahl markiert einen deutlichen Bruch mit der jüngsten Dominanz der CSU, obwohl die Partei den Kreistag seit Langem kontrolliert. In den vergangenen zehn Jahren spiegelten die Wählertrends in Miesbach die landesweiten Verschiebungen in Bayern wider: Die Grünen legten auf 18 Prozent im Jahr 2020 zu, die AfD erreichte etwa 10 Prozent, während SPD und FDP an Unterstützung verloren.
Der Sieg verschafft den Freien Wählern eine zentrale administrative Position in einer Region, die traditionell von der CSU geprägt ist. Zangenfeinds klarer Erfolg zeigt die wachsende Unterstützung für parteiunabhängige oder alternative Kandidaten bei Kommunalwahlen.
Zangenfeind wird nun das Amt des Landrats von von Löwis übernehmen, der nur eine Amtszeit regierte. Sein Wahlsieg verändert die politische Machtbalance in Miesbach, wo die CSU jahrzehntelang starken Einfluss ausübte. Das Ergebnis unterstreicht zudem den Wandel der Wählerpräferenzen in einem Landkreis, der einst von klassischen Parteistrukturen dominiert wurde.






