Erfurts erste neu gebaute Moschee öffnet nach Jahren des Widerstands ihre Türen
Ella WagnerErste Moscheebau in Thüringen wird eingeweiht - Erfurts erste neu gebaute Moschee öffnet nach Jahren des Widerstands ihre Türen
Thüringens erste neu gebaute Moschee mit Zierminarett öffnet am 14. Februar 2023 in Erfurt
Die Mahmud-Moschee, die zur Ahmadiyya Muslim Jamaat gehört, wird nach Jahren der Verzögerungen und Widerstände ein bedeutendes Zeichen setzen. Die Eröffnung beginnt mit einer internen Feier, gefolgt von einem "Tag der offenen Moschee" für die allgemeine Öffentlichkeit.
Der Weg zur Fertigstellung der Moschee war für die Ahmadiyya-Gemeinde in Erfurt lang und beschwerlich. Der Baubeginn liegt bereits Jahre zurück, doch die Arbeiten verzögerten sich immer wieder – auch durch die Coronavirus-Pandemie. Zudem gab es Proteste: Demonstranten stellten große Holzkreuze auf und legten Schweinekadaver in der Nähe der Baustelle ab.
Die Ahmadiyya-Bewegung, 1889 in Indien gegründet, ist in Thüringen zwar klein, aber aktiv. Die Erfurter Gemeinde entstand im September 1990 und zählt heute rund 100 Mitglieder. Bundesweit umfasst die Gemeinschaft über 250 Ortsgruppen mit mehr als 50.000 Anhängern in ganz Deutschland.
Wie viele Ahmadiyya-Moscheen es in Deutschland genau gibt, ist unklar, doch die Gemeinde ist an etwa 300 Standorten präsent. Bekannte Beispiele sind die Chadidscha-Moschee in Berlin-Pankow – die einzige Moschee mit Minarett in Ostdeutschland – sowie die Baitul-Qadir-Moschee in Vechta und die Tahir-Moschee in Koblenz.
Die Eröffnung der Mahmud-Moschee schafft für die Erfurter Ahmadiyya-Gemeinde einen dauerhaften Ort des Gebets und der Gemeinschaft. Nach Protesten und Bauverzögerungen wird sie künftig als lokales Zentrum für religiöse und gesellschaftliche Aktivitäten dienen. Der "Tag der offenen Moschee" bietet Anwohnern die Gelegenheit, die Räumlichkeiten zu besichtigen und mehr über den Ahmadiyya-Glauben zu erfahren.
