20 June 2026, 20:04

EU-Digitaler-Identitätsnachweis: Revolution oder Risiko für Datenschutz?

Identifizieren, überwachen, kontrollieren: Die EU plant die digitale Identität

EU-Digitaler-Identitätsnachweis: Revolution oder Risiko für Datenschutz?

Die EU entwickelt ein neues digitales Identitätssystem, um Altersüberprüfungen und Identitätskontrollen zu vereinfachen. Unter dem Namen EU-Digitaler-Identitätsnachweis (EU Digital Identity Wallet) soll es sicheren Zugang zu Online-Diensten bieten und Nutzern die Kontrolle über ihre persönlichen Daten ermöglichen. Doch bereits jetzt mehren sich Bedenken hinsichtlich Datenschutz und möglichem Missbrauch.

Mit dem EU-Digitalen-Identitätsnachweis können Nutzer ihre Identität sowohl online als auch offline nachweisen. Zudem lassen sich wichtige Dokumente speichern und elektronische Signaturen erstellen. Das System baut auf bestehenden nationalen E-Ausweis-Lösungen auf und folgt einheitlichen Standards in allen Mitgliedstaaten.

Erste Testphasen laufen bereits, der vollständige Start ist für Januar 2027 geplant. Eine im April vorgestellte Altersverifikations-App, die später mit dem digitalen Nachweis verknüpft werden soll, wurde kurz nach ihrer Präsentation durch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gehackt.

Zwar soll die Nutzung des digitalen Nachweises zunächst freiwillig sein, doch könnte seine Verbreitung zunehmen, wenn Bargeld an Bedeutung verliert und die Pläne für einen digitalen Euro voranschreiten. Die EU wirbt zwar mit Verschlüsselungstechnik für mehr Sicherheit, hat aber auch Methoden zu deren Abschwächung erforscht – etwa durch Client-Side-Scanning. Datenschützer warnen, dass dies Überwachung und Repression in großem Stil ermöglichen könnte.

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Ziel des Systems ist es, Identitätsprüfungen und Dokumentenmanagement in der EU zu erleichtern. Mit der zunehmenden Verbreitung digitaler Zahlungen und Dienstleistungen könnte seine Akzeptanz steigen. Dennoch bleiben Sicherheitsrisiken und Datenschutzbedenken zentrale Herausforderungen für die Politik.

Quelle