08 May 2026, 04:10

EU-Methanverordnung: Klimaschutz oder Versorgungskrise durch Gasimporte?

Eine Balkendiagramm, das den prozentualen Anteil von Europas Abhängigkeit von russischem Erdgas zeigt, mit Text, der die Investitionsprozentsätze angibt.

EU-Methanverordnung: Klimaschutz oder Versorgungskrise durch Gasimporte?

Eine neue EU-Verordnung zur Eindämmung von Methanlecks bei Gasimporten sorgt für Kontroversen. Seit August 2024 in Kraft, verpflichtet sie Unternehmen, Emissionen entlang ihrer gesamten Lieferketten zu messen und zu reduzieren. Doch politischer Druck und Versorgungsbedenken stellen die Durchsetzung zunehmend infrage.

Die Methanverordnung sollte die Kontrollen für Gasimporte nach Europa verschärfen. Demnach müssen US-Lieferanten nachweisen, dass sie Methanemissionen bei der Förderung verringern, um ihr Gas in der EU verkaufen zu dürfen. Bei Verstößen waren ursprünglich Bußgelder, Gewinnabschöpfungen und öffentliche Warnungen vorgesehen.

Doch seit der Einführung wächst der Widerstand. Die Regierung unter dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump drängte die EU, die Verordnung abzuschwächen oder ganz aufzuheben. Auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche warnte, eine strenge Umsetzung könnte die Gasversorgung gefährden.

Branchenverbände wie Eurogas lobbierten für Ausnahmen und argumentierten, Sanktionen könnten die Lieferungen stören. Als Reaktion darauf prüfen die Behörden nun, ob Strafen die Versorgung destabilisieren würden, bevor sie verhängt werden. Sanktionen sollen erst greifen, wenn die Marktsituation als stabil eingestuft wird.

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Dennoch bleiben zentrale Fragen offen. Die Europäische Kommission hat nicht definiert, was als Versorgungskrise gilt und wie lange Ausnahmen gelten könnten. Die grüne Europaabgeordnete Jutta Paulus kritisierte die Änderungen scharf und nannte sie ein „katastrophales Signal“ angesichts des US-Drucks.

Die Methanverordnung bleibt zwar bestehen, doch die Durchsetzungsregeln wurden gelockert. Strafen bei Nichteinhaltung hängen nun von der Versorgungssicherheit ab – ein klarer Zeitplan fehlt jedoch. Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen Klimazielen und Energiesicherheit in der EU-Politik.

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