EU und Mercosur besiegeln Mega-Freihandelszone mit globaler Wirkung
Greta SchneiderMinister: Mercosur-Deal gut für Thüringen - EU und Mercosur besiegeln Mega-Freihandelszone mit globaler Wirkung
Die EU und der Mercosur haben ein historisches Handelsabkommen abgeschlossen, das die größte Freihandelszone der Welt schaffen wird. Mit einer Bevölkerung von über 700 Millionen Menschen zielt die Vereinbarung darauf ab, Zölle abzubauen und die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Europa und Südamerika zu stärken. Nach Angaben von Beamten soll sie auch die Abhängigkeit vom Handel mit China und den USA verringern.
Das Abkommen senkt Handelsbarrieren für europäische Exporteure, setzt aber gleichzeitig Grenzen für südamerikanische Importe wie Fleisch, Käse, Zucker und Ethanol. Diese Beschränkungen wurden eingeführt, nachdem deutsche Landwirte – darunter auch solche aus Thüringen – Bedenken wegen der Konkurrenz durch günstigere Agrarprodukte geäußert hatten.
Die Landesregierung Thüringens hat bereits Pläne bekannt gegeben, um das Abkommen zu nutzen. Ende 2026 wird das Wirtschaftsministerium des Freistaats eine Delegation in die Mercosur-Region entsenden. Ziel der Reise ist es, neue Geschäftsmöglichkeiten auszuloten, wobei die genauen Teilnehmer noch nicht feststehen. Wirtschaftsministerin Colette Boos-John ist überzeugt, dass die Vereinbarung Thüringen wirtschaftliche Vorteile bringen wird. Der Freistaat hofft, Partnerschaften auch über den Agrarsektor hinaus auszubauen, wobei konkrete Ziele noch in der Diskussion sind.
Das Mercosur-Abkommen eröffnet europäische Unternehmen neue Märkte, schützt gleichzeitig aber wichtige Agrarbereiche vor übermäßiger Konkurrenz. Die für 2026 geplante Delegation Thüringens soll Handelsverbindungen in der Region knüpfen. Die langfristigen Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft hängen davon ab, wie sich Unternehmen an die veränderten Handelsbedingungen anpassen.
