31 March 2026, 12:11

EZB vor Zinsentscheid: Ölpreise erreichen fast das Worst-Case-Szenario

Plakat mit der Aufschrift "Unter Präsident Bidens Inflationsreduktionsgesetz" in schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund, unterteilt in zwei Abschnitte: Der obere Abschnitt erläutert die Auswirkungen des Gesetzes, und der untere Abschnitt verwendet blaue und grüne Bilder zur visuellen Darstellung.

EZB vor Zinsentscheid: Ölpreise erreichen fast das Worst-Case-Szenario

Die Europäische Zentralbank (EZB) steht vor schwierigen Entscheidungen, da die Ölpreise nahe an ihre worst-case-Prognosen heranreichen. Der Preis für Brent-Rohöl liegt derzeit bei etwa 100 US-Dollar pro Barrel, angetrieben durch Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt. Dieser Anstieg entspricht weitgehend dem negativen Szenario der EZB, in dem das Risiko besteht, dass die Inflation nur schwer zu kontrollieren sein wird.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat einen dreistufigen Plan vorgelegt, um den Energieschock zu bewältigen. Unterdessen mehren sich die globalen Wirtschaftswarnungen: Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt in seiner nächsten Aktualisierung höhere Preise und ein langsameres Wachstum voraus.

Lagardes erster Schritt besteht darin, kurzfristige Preissprünge bei Energie zu ignorieren. Die EZB geht davon aus, dass sofortige politische Maßnahmen aufgrund verzögerter Wirkungen mehr schaden als nützen könnten. Sollte die Inflation jedoch zu lange deutlich über dem Zielwert von zwei Prozent bleiben, hat die Bank starke und nachhaltige Maßnahmen angekündigt, um eine Spirale der Inflationserwartungen zu verhindern.

Das negative Szenario der EZB – das nun den Marktbedingungen entspricht – zeigt, dass die Gesamtinflation auf vier Prozent steigen könnte, bevor sie schnell wieder zurückgeht. Die Kerninflation bliebe jedoch weitgehend unberührt. Ein schwerwiegenderer Schock könnte die Eurozone in eine leichte Rezession stürzen, mit einer Stagnation bis Ende 2026 und nur einer langsamen Erholung bis 2028.

Philip Lane, Chefvolkswirt der EZB, verglich den Ansatz der Bank mit einem statistischen Modell. Bei jedem Treffen werten die Verantwortlichen alle verfügbaren Daten aus, bevor sie über Maßnahmen entscheiden. Einige Analysten, wie Karen Ward von JPMorgan, argumentieren, dass bei einer Überschreitung der Inflationsziele aufgrund externer Angebotsstörungen möglicherweise nur kleine Anpassungen der Geldpolitik erforderlich seien.

Die Marktprognosen gehen weit auseinander. Während die LBBW erwartet, dass der Brent-Preis bis Ende 2026 auf 70 US-Dollar fallen wird, warnt die Raiffeisen Bank International (RBI) vor kurzfristigen Spitzenwerten von bis zu 170 US-Dollar. Die Nahrungsmittelpreise bleiben laut Financial Times dank guter Ernten und ausreichender Vorräte vorerst stabil.

Unterdessen hat Japans oberster Devisenbeamter mögliche Interventionen angedeutet, um eine weitere Abwertung des Yen zu stoppen. Dies erhöht den globalen Finanzdruck, während Zentralbanken weltweit zwischen Inflationsbekämpfung und Wachstumsrisiken lavieren müssen.

Die EZB könnte die Zinsen in diesem Jahr leicht anheben und den Einlagenzins von zwei auf 2,5 Prozent erhöhen. Mit diesem Schritt soll die Inflation eingedämmt werden, ohne einen starken Abschwung auszulösen. Angesichts der Ölpreise nahe den worst-case-Werten und einer globalen Wachstumsabschwächung werden die nächsten Schritte der Bank genau beobachtet werden.

Ein anhaltender Energieschock könnte die Eurozone dennoch in eine Rezession stürzen und die Erholung bis 2028 verzögern. Die Reaktion der EZB wird davon abhängen, wie lange die Inflation über dem Ziel bleibt – und ob sich die Angebotsstörungen abschwächen oder verschärfen.

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