Gefälschte Impfpässe: Zwei Männer zu Haft wegen 6.000 Fälschungen verurteilt
Greta SchneiderGefälschte Impfpässe: Zwei Männer zu Haft wegen 6.000 Fälschungen verurteilt
Zwei Männer sind jeweils zu etwa dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil sie gefälschte COVID-19-Impfpässe verkauft haben. In einem Kellerraum einer Kasseler Kneipe betrieben sie eine Fälscherwerkstatt, wo die Polizei fast 1.000 leere Impfheftchen und gefälschte Stempel beschlagnahmte.
Zwischen August und Dezember 2021 füllten die beiden mindestens 6.000 leere Impfpässe mit falschen Einträgen aus. Die meisten verkauften sie für je 50 Euro. Ihr Reingewinn aus dem Betrug belief sich nach Abzug der Kosten auf 285.400 Euro.
Ein Angeklagter führte auf der Marbachshöhe ein nostalgisches Restaurant im Stil der DDR. Die Location diente zugleich als Kantine für Soldaten und war Treffpunkt für örtliche AfD-Versammlungen. Im Keller desselben Gebäudes lief die Fälscherwerkstatt.
Die Männer nutzten Decknamen wie „Kasseler Braten“ und „Stadtfleisch“, um verschiedene gefälschte Impfpässe zu bezeichnen. Zwar räumten sie ein, 8.000 leere Heftchen erworben zu haben, behaupteten jedoch, diese lediglich mit geringem Gewinn über eBay weiterverkaufen zu wollen. Das Gericht glaubte ihnen nicht, dass sie den Restbestand nach der Razzia vernichtet hätten.
Laut Urteil hatten nur etwa 3.200 Käufer die Fälschungen durch Eintragung ihrer persönlichen Daten vollendet. Neben den Haftstrafen wurden die Angeklagten als Gehilfen der Urkundenfälschung sowie wegen Steuerhinterziehung schuldig gesprochen. Sie hatten weder Gewerbe- noch Einkommensteuer auf ihre illegalen Einnahmen abgeführt.
Die beiden Männer müssen nun für ihre Rolle in dem Betrugsskandal ins Gefängnis. Die Verurteilung umfasst sowohl Urkundenfälschung als auch Steuerdelikte. Der Fall zeigt das Ausmaß der illegalen Herstellung von Impfpässen während der Pandemie.






