14 March 2026, 06:15

Günther Jauch kauft Loriots legendäres Haus am Starnberger See

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto eines Berliner Restaurants mit Tischen, Stühlen, Blumenvasen, einer Statue, Skulpturen und Pflanzen an den Wänden, mit Text unten.

Günther Jauch kauft Loriots legendäres Haus am Starnberger See

Günther Jauch hat das ikonische Anwesen am Starnberger See von Vicco von Bülow erworben, der unter seinem Künstlernamen Loriot weltbekannt wurde. Der Komiker und Filmemacher, der einer adligen mecklenburgischen Familie entstammte, hinterließ ein Erbe aus Sketchen und Filmen, die den deutschen Humor maßgeblich prägten. Viele seiner berühmtesten Werke entstanden jedoch fernab dieses Seegrundstücks.

Das Haus selbst ist eng mit Loriots schöpferischem Universum verbunden. Im Inneren ist der Speisesaal der Familie Lohse aus Pappa ante Portas (1991) noch immer auf den ersten Blick erkennbar. Ein weiterer Raum, der in dem Sketch Wohnungsverwüstung (1976) legendär demoliert wurde, trägt noch immer die Spuren seines komischen Genies.

Loriots Verbindung zu dem Anwesen am Starnberger See war lange Zeit umstritten. Zwar gehörte ihm das Haus, doch die wichtigsten Szenen seiner Filme entstanden anderswo. Ödipussi (1988) wurde größtenteils in München und am Chiemsee in Bayern gedreht. Für Pappa ante Portas zogen die Drehteams nach Hamburg und an die Nordseeküste, wo eine denkwürdige Geburtstagsparty-Szene auf dem Ahlbecker Pier auf Usedom spielte.

Bevor Loriot seine Filmkarriere startete, wurde er durch Bücher wie Das unentbehrliche Handbuch der guten Sitten (1950er-Jahre) und Glücklich verführt, eine satirische Abhandlung über Liebesratgeber, berühmt. Auf der Leinwand bildete er oft ein Duo mit Evelyn Hamann, die sowohl in Ödipussi als auch in Pappa ante Portas mitspielte. Ihre Chemie wurde zu einem Markenzeichen seiner Arbeit.

Jauchs Kauf könnte auf seiner tiefen Wertschätzung für Loriots Humor beruhen. Der TV-Moderator hat Erfahrung damit, kulturelle Denkmäler zu bewahren – so unterstützte er zuvor die Restaurierung des Marmorpalais in Potsdam. Ob er das Haus als Hommage an Loriot erhalten will, bleibt jedoch ungewiss.

Das Anwesen am Starnberger See gehört nun Jauch, doch in seinen Räumen lebt Loriots komisches Erbe weiter. Der Speisesaal und das verwüstete Wohnzimmer sind greifbare Verbindungen zu seinen beliebtesten Sketchen und Filmen. Für Fans bleibt das Haus ein Stück deutscher Kulturgeschichte – auch wenn hier selten die Kameras liefen.

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