Hamburg überflügelt Bayern und Baden-Württemberg mit Rekordwachstum 2025
Ella WagnerTschentscher lobt die wirtschaftliche Leistung Hamburgs - Hamburg überflügelt Bayern und Baden-Württemberg mit Rekordwachstum 2025
Hamburgs Wirtschaft wächst zum zweiten Mal in Folge schneller als der deutsche Durchschnitt
In der ersten Hälfte des Jahres 2025 stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Hamburgs um 1,1 %, während die gesamtdeutsche Wirtschaft stagnierte. Damit übertrifft die Hansestadt bereits das zweite Jahr in Folge den bundesweiten Durchschnitt. Besonders in den Bereichen digitale Dienstleistungen, Wohnungsbau und Modernisierung des Hafens hat sich die Stadt von anderen Regionen abgehoben.
Die positive Entwicklung Hamburgs speist sich vor allem aus dem Wachstum im Tourismus, der Bauwirtschaft und dem gestiegenen Containerumschlag im Hafen. Diese Dynamik katapultierte das Wirtschaftswachstum der Stadt über das von Baden-Württemberg und Bayern – zwei der traditionell stärksten Wirtschaftsregionen Deutschlands. Neben den wirtschaftlichen Erfolgen hat Hamburg die Bürokratie abgebaut und digitale Angebote ausgebaut: Mittlerweile lassen sich 300 Verwaltungsvorgänge online erledigen – damit liegt die Stadt gleichauf mit Schleswig-Holstein an der Spitze der digitalen Transformation.
Durch den Abbau von Hürden konnten Wohnprojekte für Auszubildende und Schulneubauten beschleunigt werden. Auch der Klimaschutz spielt eine zentrale Rolle: Initiativen wie der VNW (Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen) steigern die Energieeffizienz im sozialen Wohnungsbau. Lokale Unternehmen wie Matari setzen auf Photovoltaik und Wärmepumpen, während tesa am Standort Norderstedt seit 2018 die CO₂-Emissionen um 39 % reduzierte und dafür eine Spitzenbewertung in Sachen Klimaschutz erhielt.
Im Nachbarland Schleswig-Holstein zeigen sich ebenfalls beachtliche Fortschritte beim Klimaschutz, obwohl die Wirtschaft leicht nachgab. Das Netzwerk EEKN Westküste, an dem 15 Unternehmen beteiligt sind, sparte 453 Gigawattstunden Energie ein und vermeidet 80.000 Tonnen CO₂. Projekte wie AquaVentus treiben zudem die Produktion von grünem Wasserstoff aus Offshore-Windkraft voran. Trotz des leichten wirtschaftlichen Rückgangs blickt Ministerpräsident Daniel Günther optimistisch in die Zukunft.
Hamburgs Wirtschaftswachstum und digitale Vorreiterrolle stellen die meisten anderen deutschen Regionen in den Schatten. Die Stadt setzt weiterhin auf Infrastruktur, Klimaschutz und Effizienz – und treibt so ihren Aufschwung voran. Schleswig-Holsteins Klimainitiativen tragen unterdessen Früchte, auch wenn die Wirtschaft des Landes mit leichten Einbußen zu kämpfen hat.
