Hamburgs Kreuzfahrthafen wächst – doch die Ökobilanz bleibt umstritten
Ella WagnerHamburg bleibt Deutschlands größter Kreuzfahrthafen - Hamburgs Kreuzfahrthafen wächst – doch die Ökobilanz bleibt umstritten
Hamburg hat im vergangenen Jahr seinen Ruf als Deutschlands führender Kreuzfahrthafen weiter gefestigt: Die Zahl der Passagiere stieg deutlich an. 2023 begrüßte der Hafen 1,4 Millionen Reisende – 100.000 mehr als im Vorjahr. Trotz des Wachstums in der Branche bleibt jedoch die starke Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen ein Grund zur Sorge.
Im vergangenen Jahr liefen 295 Schiffe den Hamburger Hafen an, darunter 46 verschiedene Kreuzfahrtschiffe, von denen drei zum ersten Mal in der Stadt Station machten. An den drei Terminals des Hafens nutzten 70 Prozent der Passagiere lokale Gastronomie-, Einkaufs- und Kulturangebote. Fast vier von zehn Reisenden verlängerten ihren Aufenthalt und gaben vor oder nach ihrer Schiffsreise durchschnittlich 133,59 Euro pro Person aus.
Für 2024 wird mit noch regerem Betrieb gerechnet: 331 Schiffsanläufe sind geplant, hinzu kommen 47 Flusskreuzfahrten und acht Jungfernfahrten. Fortschritte gibt es auch bei der Emissionsreduzierung: 162 Schiffe nutzten 2023 Landstrom, wodurch die Motoren während 71 Prozent der dafür geeigneten Liegezeiten abgeschaltet werden konnten. Bis Ende 2024 werden alle drei Terminals über Landstromanschlüsse verfügen – und damit die EU-Vorgaben vier Jahre vor Frist erfüllen.
Doch die Kreuzfahrtbranche steht weiterhin in der Kritik, weil sie nur zögerlich von fossilen Brennstoffen abrückt. Die Umweltorganisation NABU, die seit 2011 für geringere Emissionen kämpft, kündigte an, sich weiter für nachhaltigere Praktiken einzusetzen. Im kommenden Jahr wird die Organisation die Umweltauswirkungen des Sektors weiterhin genau beobachten.
Hamburgs Kreuzfahrtterminals bauen ihre grüne Infrastruktur schneller als geplant aus: Mittlerweile ist an jedem Liegeplatz Landstrom verfügbar. Zwar steigen die Passagierzahlen und die wirtschaftlichen Vorteile weiter an, doch die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern bleibt eine zentrale Herausforderung. Die anhaltende Überwachung durch den NABU unterstreicht den Druck, die Nachhaltigkeit in der Branche weiter zu verbessern.






