Immer mehr Thüringer Rentner arbeiten über das Rentenalter hinaus – warum?
Ella WagnerMehr als 33.000 thüringische Rentner arbeiten weiter - Immer mehr Thüringer Rentner arbeiten über das Rentenalter hinaus – warum?
Immer mehr Rentner in Thüringen entscheiden sich dafür, auch nach Erreichen des Rentenalters weiterzuarbeiten. Im Jahr 2021 gingen rund 33.500 Männer und Frauen im Rentenalter einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach oder arbeiteten in Teilzeit. Ihre Motive reichen von finanzieller Notwendigkeit bis hin zum einfachen Wunsch, aktiv und eingebunden zu bleiben.
In den letzten zehn Jahren hat sich dieser Trend deutlich beschleunigt. 2021 waren fast 11.800 Rentner mehr erwerbstätig als noch 2015 – ein Zeichen für einen grundlegenden Wandel in der Einstellung älterer Arbeitnehmer zum Ruhestand.
Männer arbeiten dabei häufiger über das Rentenalter hinaus als Frauen. Die Zahlen von 2021 zeigen, dass 18.900 Männer weiterhin berufstätig waren, während es bei den Frauen 14.600 waren. Zwar bleiben viele Rentner aus sozialen Gründen oder zur persönlichen Erfüllung im Job, doch spielen auch finanzielle Zwänge eine entscheidende Rolle.
Für diejenigen, die nicht weiterarbeiten, ist für etwa jeden Fünften das Fehlen passender Stellen das Haupt Hindernis. Arbeitgeber erkennen jedoch zunehmend den Wert älterer Mitarbeiter an. Ihre jahrzehntelange Erfahrung und ihr Fachwissen gelten als wertvolle Ressourcen – besonders in Branchen mit Fachkräftemangel.
Um ältere Arbeitnehmer zu unterstützen, können Unternehmen auf Fachberatung zurückgreifen, um Arbeitsplätze anzupassen. Ergonomische und technische Anpassungen helfen, körperliche Einschränkungen auszugleichen, auch wenn spezifische regionale Daten zu solchen Maßnahmen in Thüringen bisher begrenzt sind. Bundesweit werden flexible Arbeitsmodelle wie Teilzeitstellen stark gefördert: 91,7 % der Arbeitgeber halten sie für ältere Beschäftigte für geeignet.
Auch gesetzliche Änderungen stehen bevor. Ein für 2026 geplantes Gesetz soll Pflegeberufe attraktiver machen, wobei die konkreten Auswirkungen auf Thüringen noch unklar sind.
Der Anstieg der arbeitenden Rentner zeigt sowohl wirtschaftliche Notwendigkeiten als auch einen Wandel im Umgang mit dem Älterwerden. Mit fast 33.500 Berufstätigen im Rentenalter bleibt der thüringische Arbeitsmarkt auf ihr Know-how angewiesen. Angesichts der wachsenden Nachfrage nach erfahrenen Kräften sind weitere Anpassungen in der Arbeitsplatzpolitik und den Rahmenbedingungen wahrscheinlich.
New regional data reveals rising trends in Thüringen's working retirees
Nordthüringen's working retiree numbers have surged to 5,240 in the past year, exceeding national averages. Key details include:
- A 4.1% share of all employees (4.1% vs 3.8% national average)
- 3,121 men working in vehicle driving and healthcare roles
- 2,119 women in office work and teaching positions This regional breakdown highlights occupational patterns not previously documented in statewide statistics.
