Joachim Wanke – ein Bischof prägte die katholische Kirche im Osten Deutschlands
Ella WagnerFormer Bishop Buried - Tribute to Influential Tenure - Joachim Wanke – ein Bischof prägte die katholische Kirche im Osten Deutschlands
Joachim Wanke, emeritierter Bischof, der über drei Jahrzehnte lang das Erzbistum Erfurt leitete, ist im Alter von 84 Jahren verstorben. An seiner Beerdigung am Samstag nahmen Hunderte Trauergäste teil, darunter prominente Vertreter aus Kirche und Politik, die den Erfurter Dom bis auf den letzten Platz füllten.
Wanke starb am 12. März und hinterlässt ein Erbe, das eng mit der Entwicklung der katholischen Kirche in der ehemaligen DDR verbunden ist. Von 1981 bis 2012 führte er das Bistum Erfurt – das 1994 unter seiner Leitung zum vollwertigen Bistum erhoben wurde – durch eine Zeit tiefgreifender Umbrüche. Während seiner Amtszeit sank der Anteil der Katholiken in der Region dramatisch: von etwa 70 Prozent im Jahr 1990 auf heute bundesweit rund 23 Prozent.
Das Requiem im Erfurter Dom war so gut besucht, dass es in die benachbarte Severikirche übertragen werden musste. Nach dem Gottesdienst wurde Wankes Sarg in einer Prozession zum Kreuzgang überführt, wo die Beisetzung stattfand. Bischof Gerhard Feige aus Magdeburg hielt die Predigt und würdigte Wankes Mut und Kreativität, mit denen er die Kirche durch gesellschaftliche Umwälzungen steuerte.
Während seiner Amtszeit sah sich die katholische Kirche in Ostdeutschland wachsenden Herausforderungen gegenüber. Dazu zählten massenhafte Austritte – allein 2025 wurden über 500.000 Kirchenaustritte verzeichnet – sowie ein starker Rückgang der Sakramentenspendung. Finanzielle Belastungen, etwa die 93 Millionen Euro, die für Entschädigungen in Missbrauchsfällen gezahlt wurden, setzten die Institution zusätzlich unter Druck. Überalterte Gemeinden, sinkende Taufzahlen und die Notwendigkeit, sich an eine säkulare, multireligiöse Gesellschaft anzupassen, prägten Wankes spätere Amtsjahre.
Die Beisetzung fand im Erfurter Dom statt, wo Wanke jahrzehntelang gewirkt hatte. Sein Tod fällt in eine Zeit, in der die Kirche weiterhin mit schrumpfenden Gottesdienstbesucherzahlen und sich wandelnden demografischen Verhältnissen ringt. Die große Anteilnahme an seiner Bestattung spiegelte seinen nachhaltigen Einfluss auf das Bistum und die katholische Gemeinschaft in Deutschland wider.






