Reiches Solar-Reformpläne lösen heftigen Streit über die Zukunft der Energiewende aus
Ella WagnerEnergiefachleute von SPD und Grünen kritisieren Reichs Gesetzespläne - Reiches Solar-Reformpläne lösen heftigen Streit über die Zukunft der Energiewende aus
Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche zur Reform der Solarenergie- und Netzregulierung stoßen auf scharfe Kritik. SPD und Grüne werfen ihr vor, dass die geplanten Kürzungen bei den Erneuerbaren-Subventionen die Energiewende in Deutschland ausbremse. Die SPD-Energiefachfrau Nina Scheer bezeichnete den Ansatz als "Rückschritt" und warnte, dies könnte die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen noch verstärken.
Reiches Reformentwurf, der Anfang dieses Monats durchgesickert war, zielt auf die Subventionen für kleine Solaranlagen und den Netzausbau ab. Scheer verurteilte die Pläne scharf und erklärte, sie würden "erschwingliche Energiequellen wie Dach-Solaranlagen abwürgen". Stattdessen müsse die Bundesregierung den Ausbau der Erneuerbaren beschleunigen – so wie im Koalitionsvertrag vereinbart.
Die von Friedrich Merz geführte CDU/CSU-SPD-Regierung hat bisher keine konkreten Alternativen vorgelegt. Im Februar 2026 hatte sie das Gebäudeenergiegesetz abgeschwächt, wodurch neue Öl- und Gasheizungen weiterhin erlaubt bleiben und die Preissubventionen für fossile Brennstoffe verlängert wurden. Scheer nannte dies einen "grundlegenden Fehler", der die Abhängigkeit von fossilen Energien für Jahre zementieren werde.
Auch der grüne Energieexperte Michael Kellner kritisierte die Pläne und forderte einen klaren Ausstieg aus Öl und Gas. Beide Parteien drängen auf Nachbesserungen an Reiches Entwurf, doch bisher gab es keine Anpassungen. Die Regierung setzt stattdessen weiterhin auf die Förderung fossiler Energien statt auf den Ausbau der Erneuerbaren.
Der Streit zeigt die Spannungen in der deutschen Energiepolitik auf. Die Forderungen von Scheer und Kellner nach Reformen blieben bisher ohne Wirkung auf Reiches Pläne. Ohne Änderungen riskieren die aktuellen Vorschläge, den Solarausbau zu verzögern und die Nutzung fossiler Energien zu verlängern.






