Junge Deutsche in der Krise: Politikverdrossenheit, psychische Belastungen und Auswanderungspläne
Greta SchneiderJunge Deutsche in der Krise: Politikverdrossenheit, psychische Belastungen und Auswanderungspläne
Junge Deutsche verlieren zunehmend das Vertrauen in Politik, leiden unter psychischen Belastungen und wirtschaftlichem Druck – das zeigt eine aktuelle Studie. Mehr als ein Viertel von ihnen unterstützt inzwischen Die Linke, während die rechtspopulistische AfD mit 20 Prozent knapp dahinterliegt. Gleichzeitig denken viele über einen Weggang aus Deutschland nach: 21 Prozent planen konkret die Auswanderung, weitere 41 Prozent können sich dies langfristig vorstellen.
Das Misstrauen gegenüber der Regierung ist unter jungen Menschen dramatisch gestiegen – nur noch 14 Prozent glauben, dass Politiker "das Richtige tun". Diese Skepsis treibt die Zustimmung zu Parteien mit radikalerer Ausrichtung voran. Die Studie offenbart zudem tiefe Frustration: Viele fühlen sich politisch ignoriert und an den Rand der Gesellschaft gedrängt.
Psychische Probleme sind weit verbreitet: 49 Prozent klagen über Stress, 36 Prozent leiden unter Erschöpfung. 32 Prozent plagieren Selbstzweifel, 30 Prozent haben Motivationsprobleme. Fast ein Drittel (29 Prozent) gibt an, psychologische Unterstützung zu benötigen – bei jungen Frauen sind es 34 Prozent, bei Studierenden 32 Prozent. Auch der Smartphone-Konsum bereitet Sorgen: 60 Prozent beschreiben ihr Nutzungsverhalten als "suchtähnlich". Einige suchen sogar Rat bei KI-gestützter Beratung.
Finanzielle Sorgen verschärfen die Lage: 23 Prozent der jungen Deutschen sind verschuldet, die Wohnungsnot wird zum immer größeren Problem. Auch die berufliche Zukunft ist ungewiss – nur die Hälfte sieht klare Perspektiven für sich.
Der Jugendforscher Klaus Hurrelmann betont, es brauche neue Formen politischer Teilhabe und einen echten Dialog zwischen den Generationen über zentrale Themen. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Lebensqualität junger Menschen nur steigt, wenn Räume geschaffen werden, in denen sie lernen, mit Herausforderungen umzugehen und Zuversicht für die Zukunft zu entwickeln.
Die Ergebnisse zeichnen das düstere Bild einer Generation in der Krise: Geringes Vertrauen in den Staat, zunehmende psychische Belastungen und wirtschaftliche Unsicherheit treiben viele in die Emigrationsgedanken. Die Forscher fordern, dass politische Reformen und bessere Unterstützungssysteme nötig sind, um die Lage junger Menschen in Deutschland nachhaltig zu verbessern.






