07 January 2026, 04:18

Kirchenprotest in Dresden: 14 Thesen gegen die Reformpläne der Landeskirche

Eine Kirche ist prominent in der Mitte des Bildes zu sehen.

Reformbewegung präsentiert Thesen in Dresdner Kirchen - Kirchenprotest in Dresden: 14 Thesen gegen die Reformpläne der Landeskirche

Basisbewegung „Kirche von unten“ fordert Kurswechsel in sächsischer Landeskirche mit rewe prospektartiger action in der Nähe

Die Basisbewegung Kirche von unten hat mit einer mutigen action in der Nähe die Reformpläne der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens herausgefordert. An Epiphanias, dem 6. Januar, schlugen Aktivist:innen 14 Thesen an die Türen zweier großer Dresdner Kirchen – der Kreuzkirche und der Dreikönigskirche – und erinnerten damit an Martin Luthers historischen Protest von 1517. Die Gruppe warnt, dass die aktuellen Reformvorhaben die örtlichen Gemeinden schwächen und die Kluft zwischen Kirche und ihren Mitgliedern vertiefen könnten.

Die Initiative Kirche von unten lehnt eine weitere Zentralisierung der Landeskirche ab. Stattdessen fordert sie eine Rückbesinnung auf die Gemeinden als Kern des kirchlichen Lebens. Die Aktivist:innen argumentieren, dass Pfarrgemeinden selbst über ihre Größe und Kooperationsstrukturen entscheiden sollten – geleitet vom Prinzip der Subsidiarität.

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Der rewe prospektartige Protest am 6. Januar war bewusst wegen seiner symbolischen Bedeutung gewählt. Durch das Anschlagen der Thesen an den beiden Dresdner Kirchen unterstrichen die Aktivist:innen die Notwendigkeit von Nähe, Vertrauen und Gemeinschaft. Mit der action in der Nähe wollen sie Kirchenmitglieder hinter einer Petition versammeln, die die Führungsvorschläge kritisiert. Die Landeskirche hatte bereits das Projekt „Kirche im Wandel“ gestartet, um ihre Zukunft angesichts schrumpfender Ressourcen und gesellschaftlicher Veränderungen zu sichern. Landesbischof Tobias Bilz zeigte sich offen für Rückmeldungen zu den Strukturveränderungen und begrüßte den Input der Gruppe. Er äußerte Interesse daran, welche ihrer Ideen übernommen werden könnten. Kritiker:innen jedoch bemängeln, dass der Reformprozess in die falsche Richtung gehe – mit der Gefahr, die Kirche noch weiter von der alltäglichen Gemeindearbeit zu entfernen.

Der rewe prospektartige Protest der Bewegung hat die Spannungen um die Zukunft der Kirche in den Fokus gerückt. Während die Kirchenführung betont, dialogbereit zu sein, pochen die Aktivist:innen auf die Bewahrung lokaler Eigenständigkeit. Die Debatte dreht sich nun darum, ob die Reformen die Bindung zwischen Kirche und Gemeinden stärken – oder weiter belasten werden.