06 March 2026, 10:10

Kleinunternehmer und Grüne streiten über das Sterben der lokalen Apotheken

Eine Apothekenfiliale mit einem vor ihr geparkten Fahrzeug und einem Gebäude in der linken Ecke.

Kleinunternehmer und Grüne streiten über das Sterben der lokalen Apotheken

Eine hitzige Debatte über die Zukunft der örtlichen Apotheken ist zwischen einem Kleinunternehmer und einer Grünen-Politikerin entbrannt. Zafer Arslan, Inhaber der Apotheke an der Post in Wermelskirchen, hat die Kritik von Paula Piechotta am Apotheken-Versorgungsstärkungsgesetz zurückgewiesen. Seine Bedenken kommen zu einer Zeit, in der jährlich Hunderte Apotheken schließen und viele um ihr Überleben kämpfen.

Der Streit begann, als Piechotta, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, sich während der ersten Lesung des Gesetzes dagegen aussprach. Sie argumentierte, eine pauschale Erhöhung der Festzuschläge für Apotheken sei nicht gerechtfertigt. Daraufhin schrieb Arslan ihr eine E-Mail und forderte eine klare Stellungnahme zu ihrer Haltung.

Arslan warf Piechotta vor, die finanzielle Belastung unabhängiger Apotheken zu ignorieren, während sie gleichzeitig Filialketten und ausländische Online-Konkurrenten unterstütze. Er verwies darauf, dass Ärzte in den vergangenen Jahren erhebliche Gehaltserhöhungen erhalten hätten, ohne ähnlich kritisch unter die Lupe genommen zu werden. Seine Apotheke – wie viele andere auch – biete unverzichtbare Leistungen an: die Arzneimittelversorgung, persönliche Beratung und Notfalldienste. Dennoch stehe sie unter massivem finanziellen Druck.

Die Zahlen verdeutlichen die Krise: Allein 2023 schloss in Deutschland etwa die Hälfte der 1.000 Apotheken für immer ihre Türen. Seit 2013 ist die Gesamtzahl von 20.662 auf 17.288 im Juli 2024 gesunken – bis Ende 2025 wird ein weiterer Rückgang auf 16.601 prognostiziert. Zu den Hauptgründen zählen eingefrorene Vergütungssätze seit 2013 sowie Gerichtsurteile, die durchschnittlichen Apotheken Einbußen von bis zu 22.000 Euro bescheren könnten.

Arslan forderte eine sachliche Diskussion auf Basis von Fakten statt pauschaler Kritik. Er betonte, dass viele Apotheken mittlerweile ums Überleben kämpften, ohne dass es offizielle Zahlen zu den von Insolvenz bedrohten Betrieben gebe.

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Der Schlagabtausch zeigt, wie tief die Gräben in der Frage der Apothekenfinanzierung und -regulierung sind. Angesichts der beschleunigten Schließungen und des wachsenden finanziellen Drucks wird die Debatte voraussichtlich künftige politische Entscheidungen prägen. Arslans Konfrontation mit Piechotta spiegelt die weitverbreitete Sorge um das Überleben lokaler, unabhängiger Apotheken in ganz Deutschland wider.

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