08 May 2026, 08:06

Logistikbranche in der Krise: 469 Pleiten und drohender Preisaufschlag bei Lebensmitteln

Liniendiagramm mit der Bezeichnung "Globaler Containerfrachtindex", das die jährlichen Frachtmengen verschiedener Jahre zeigt.

Logistikbranche in der Krise: 469 Pleiten und drohender Preisaufschlag bei Lebensmitteln

Die Transport- und Logistikbranche in Deutschland steht unter wachsendem finanziellen Druck. Im Jahr 2024 stiegen die Insolvenzen unter Logistikunternehmen um 5,6 Prozent – 469 Firmen mussten aufgeben. Analysten warnen, dass sich verschlechternde wirtschaftliche Rahmenbedingungen noch mehr Betriebe an den Rand des Ruins treiben könnten.

Laut einem Bericht des Kreditversicherers Atradius ist mittlerweile jedes vierte kleine und mittlere Transportunternehmen gefährdet. Steigende Dieselpreise, hohe Vorfinanzierungskosten und schmale Gewinnspannen setzen die Branche unter Druck – besonders kleine Speditionen leiden darunter. Verbände kritisieren, dass die bisherigen staatlichen Hilfsmaßnahmen nicht ausreichen.

Auch global verliert der Transport- und Logistiksektor an Fahrt. Die Wachstumsprognose für 2025 wurde auf 2,4 Prozent nach unten korrigiert. Sollten die Störungen in der Straße von Hormus länger als sechs Monate anhalten, könnte der deutsche Transportsektor im kommenden Jahr sogar um 2,1 Prozent schrumpfen.

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Die Krise treibt zudem die Kosten in anderen Bereichen in die Höhe. Durch höhere Energiekosten könnten die Lebensmittelpreise kurzfristig um bis zu zehn Prozent steigen. Gleichzeitig wächst der Druck, auf Elektro- oder Wasserstoff-Lkw umzusteigen – doch vielen Unternehmen fehlen die Mittel für die nötigen Investitionen in neue Technologien.

Die Transportverbände fordern nun weitere Entlastungen. Vorschläge umfassen die Senkung der Energie- und Stromsteuern sowie die Abschaffung der doppelten CO₂-Bepreisung im Straßengüterverkehr. Ohne stärkere Gegenmaßnahmen wird sich die finanzielle Belastung der Logistikbranche weiter verschärfen. Höhere Betriebskosten, schwächeres Wachstum und mögliche Lieferkettenstörungen könnten die Branche im kommenden Jahr grundlegend verändern. Unternehmen und Politiker stehen unter Zugzwang, Lösungen zu finden, bevor sich die Lage weiter zuspitzt.

Quelle