Mainzer Faschingsrevue schreibt Geschichte mit erster Protokollchefin und scharfer Satire
Matteo WolfFrauen-Deb├╝t bei "Mainz bleibt Mainz" - Mainzer Faschingsrevue schreibt Geschichte mit erster Protokollchefin und scharfer Satire
Die 71. Ausgabe der Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht-Faschingsrevue hat in diesem Jahr Geschichte geschrieben. Zum ersten Mal seit fast 200 Jahren führte eine Frau die Veranstaltung als Protokollchefin an. Die scharfe Satire des Karnevals nahm dabei auch hochkarätige Persönlichkeiten ins Visier – von Bundeskanzler Friedrich Merz bis zum ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump.
Christina Grom wurde zur ersten Protokollchefin in der langjährigen Tradition der Meenzer Fassenacht. Sie eröffnete die Revue mit Witzen über die Wehrpflicht und schlug sogar ein Losverfahren für den Militärdienst vor. In einem besonders dreisten Moment schlug sie vor, die Gutenberg-Bibel zu nutzen, um Donald Trumps 'aufgeblähten Kopf' damit zu 'behandeln'.
Die Veranstaltung begrüßte zudem Jürgen Wiesmann, der zum 25. Mal in der Rolle des beliebten Karnevalscharakters Ernst Lustig auftrat. Als Papst Leo XIV. machte er sich über die Gleichberechtigung in der Kirche lustig und malte sich eine Zukunft mit einer Papstin aus – 'Papst Ulrike'. Der langjährige Sitzungspräsident Andreas Schmitt beendete die Show wie gewohnt in seiner Rolle als 'Hoher Altardiener' des Mainzer Doms.
Im Laufe der Jahrzehnte hat sich die politische Satire der Revue weiterentwickelt. Standen früher vor allem lokale und nationale Politiker wie Adenauer oder Kohl im Fokus, werden heute globale Themen wie Migration, Klimawandel und EU-Politik aufgegriffen. Trotz ihrer Wurzeln im rheinischen Humor erreicht die Veranstaltung durch Fernsehübertragungen zunehmend ein bundesweites Publikum.
Die Faschingsrevue 2024 markierte mit Groms Führung einen Meilenstein und bewahrte gleichzeitig die Tradition der beißenden Satire. Politiker wie Merz, Söder und Trump blieben beliebte Zielscheiben. Die Mischung aus Geschichte und moderner Satire zieht weiterhin Menschenmassen an und verbindet alte Bräuche mit frischem Witz.
