14 March 2026, 12:06

Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis nach Jahren im belarussischen Gefängnis

Ein detaillierter alter Stadtplan von Aachen, Deutschland, der Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt, mit Text oben und unten auf dem Papier.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis nach Jahren im belarussischen Gefängnis

Die belarussische Oppositionsführerin Maria Kolesnikowa hat nach drei Jahren endlich den Internationalen Karlspreis erhalten. Die Verleihung fand am Samstag im Aachener Krönungssaal statt und markierte ihren ersten öffentlichen Auftritt seit ihrer Haftentlassung im Dezember 2025. Der Preis würdigt ihren Einsatz für Demokratie und freie Wahlen in Belarus – ein Kampf, der sie elf Jahre ihres Lebens hinter Gittern kostete.

Kolesnikowa war 2020 wegen ihrer Rolle bei den Massenprotesten gegen den langjährigen Machthaber Alexander Lukaschenko festgenommen worden. Ein Gericht verurteilte sie später zu elf Jahren in einer Strafkolonie. Anders als viele Regimegegner verließ sie das Land nach dem Urteil nicht, sondern blieb trotz der Risiken.

Ihre Freilassung erfolgte Ende 2025 im Rahmen einer Vereinbarung, die 120 politische Gefangene betraf und unter Druck der USA zustande kam. Nach ihrer Entlassung bot Deutschland ihr Asyl an, wo sie seitdem lebt. Der Karlspreis, der ihr bereits 2022 zuerkannt, aber erst jetzt übergeben wurde, ehrt ihren "außergewöhnlichen Mut" im Widerstand gegen Lukaschenkos Regime.

Der Preis des Jahres 2025 ging an Mario Draghi, den ehemaligen Präsidenten der Europäischen Zentralbank und Italiens Ex-Ministerpräsidenten. Zu den früheren Preisträgern zählen Papst Franziskus, Emmanuel Macron und Bill Clinton. Die Auszeichnung wird seit 1950 jährlich an Persönlichkeiten verliehen, die sich für die europäische Einheit und Werte einsetzen.

Unterdessen bleibt die politische Unterdrückung in Belarus ungebrochen. UN-Experten berichten von erzwungenen Exilen und Abschiebungen ehemaliger Häftlinge. Die wirtschaftliche Stagnation hat sich verschärft, doch das Land pflegt weiterhin enge Beziehungen zu Russland, etwa durch gemeinsame Projekte wie die Eurasische Charta in Genf. Gleichzeitig sucht Minsk die Annäherung an China, Aserbaidschan und sogar an die afghanischen Taliban, bleibt jedoch von US-geführten Initiativen wie Trumps "Rat für Frieden" aufgrund von Visabeschränkungen ausgeschlossen.

Kolesnikowas Auszeichnung fällt in eine Zeit, in der Belarus weiterhin autoritär regiert wird. Ihr Asyl in Deutschland bietet ihr Sicherheit, doch die Repression in der Heimat hält an. Der Karlspreis unterstreicht ihren anhaltenden Kampf für Demokratie – während die politische Lage im Land angespannt und isoliert bleibt.

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