Merz zweifelt am Kohleausstieg – und plant Gaskraftwerke und neue Atomtechnologien
Ella WagnerMerz zweifelt am Kohleausstieg – und plant Gaskraftwerke und neue Atomtechnologien
Bundeskanzler Friedrich Merz hat Zweifel an Deutschlands Zeitplan für den Kohleausstieg geäußert. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der Ökonomen einen deutlichen Anstieg der Verbraucherpreise vorhersagen – angetrieben durch höhere Öl- und Gaspreise.
Merz skizzierte zudem Pläne zur Stärkung der Energieversorgungssicherheit, darunter den Bau neuer Gaskraftwerke und die Erforschung fortschrittlicher Nukleartechnologien. Ökonomen erwarten, dass die Verbraucherpreise in Deutschland im März im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent steigen werden. Zudem wird ein Anstieg um 1,1 Prozent gegenüber Februar prognostiziert. Hauptverantwortlich für diesen Preisschub sind die stark gestiegenen Öl- und Gaspreise.
Als Reaktion schlug Merz vor, bestehende Kohlekraftwerke über ihre geplanten Abschalttermine hinaus weiterzubetreiben. Dies solle helfen, die Energieversorgung zu stabilisieren, während der Ausbau der erneuerbaren Energien voranschreitet. Gleichzeitig bekräftigte er seine Unterstützung für den weiteren Ausbau von Wind- und Solarenergie.
Um Versorgungslücken zu schließen, regte der Kanzler den Bau neuer Gaskraftwerke an, die in der Lage sind, Grundlastenergie bereitzustellen. Einen kurzfristigen Wiedereinstieg in die traditionelle Kernenergie schloss er zwar aus, zeigte sich aber an zukunftsweisenden Technologien interessiert. Dazu zählen kleine modulare Reaktoren (SMR) und die Kernfusion, deren Entwicklung Deutschland seiner Meinung nach langfristig vorantreiben könnte.
Die Energiestrategie der Regierung steht nun unter Druck durch steigende Kosten und Versorgungsrisiken. Merz' Vorschläge – die Verlängerung der Kohlenutzung, der Bau von Gaskraftwerken und die Erforschung neuer Nukleartechnologien – zielen darauf ab, Stabilität mit dem Umstieg auf erneuerbare Energien in Einklang zu bringen. Die Verbraucherpreise werden unterdessen voraussichtlich in den kommenden Monaten weiter klettern.






