Metall- und Elektroindustrie kämpft mit Jobverlusten und Auftragseinbruch
Tim LangMetall- und Elektroindustrie kämpft mit Jobverlusten und Auftragseinbruch
Deutschlands Metall- und Elektroindustrie steckt in einer sich verschärfenden Krise. Arbeitsplatzverluste, rückläufige Aufträge und sinkende Produktion prägen seit Monaten die Schwierigkeiten des Sektors.
Die Beschäftigtenzahl in der Branche sank im April auf 3,746 Millionen. Dies folgt auf einen saisonbereinigten Rückgang um 15.600 Stellen – den stärksten monatlichen Verlust seit Juli 2020. Seit 2019 sind über 300.000 Arbeitsplätze abgebaut worden.
Die Auftragseingänge im Maschinen- und Anlagenbau brachen im April im Vergleich zum Vormonat um 5,4 Prozent ein. Die Industrieaufträge insgesamt gingen von März auf April um 3,8 Prozent zurück und verringerten sich im Dreimonatszeitraum bis April 2026 um 3,1 Prozent. Der Rückgang fiel stärker aus als erwartet, unter anderem wegen einer Korrektur nach Vorzieheffekten im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt im März.
Auch die Produktion schwächelt. Die Ausbringung im Sektor sank im April im Vergleich zu den drei Vormonaten um 2,0 Prozent und im Jahresvergleich um 2,7 Prozent. Die aktuelle Produktion liegt damit 15 Prozent unter dem Niveau von 2018. Die Kapazitätsauslastung beträgt 79 Prozent – deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 85 Prozent.
Die allgemeine wirtschaftliche Belastung zeigt sich zudem in steigenden Insolvenzzahlen. Die Unternehmenspleiten in Deutschland kletterten im Mai 2025 auf 1.518 – ein Anstieg um 57 Prozent im Vergleich zum Mai-Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.
Trotz staatlicher, schuldenfinanzierter Stützungsmaßnahmen gibt es keine Anzeichen für eine Erholung bei den Aufträgen. Die Branche bleibt weiter unter Druck: Produktion, Beschäftigung und Nachfrage entwickeln sich weiterhin rückläufig.






