04 April 2026, 12:06

New Yorks Aprilscherz-Umzug stellt die Medien auf die Probe: Was ist wirklich real?

Zeichnung eines Mannes in Zylinder und Frack vor einer Menge, mit einem Pfahl und einem Zaun im Hintergrund, beschriftet mit "Aprilscherz" unten.

New Yorks Aprilscherz-Umzug stellt die Medien auf die Probe: Was ist wirklich real?

New Yorks jährlicher Aprilscherz-Umzug ist zurück – und stellt diesmal eine provokante Frage: Was ist real, und was nicht?

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Die Tradition, 1986 vom Künstler und Scherzkeks Joey Skaggs ins Leben gerufen, testet seit jeher die Fähigkeit der Medien, Fiktion von Wahrheit zu unterscheiden. Mit einer Geschichte voller skurriler Streiche – von erfundenen Präsidentschaftswahlen bis zu apokalyptischen Partys – verwischt der Umzug weiterhin die Grenze zwischen Satire und Realität.

In diesem Jahr verspricht die Pressemitteilung ein Spektakel unter der Führung des Präsidenten persönlich. Doch wie immer könnte die Wahrheit noch absurder sein als die Ankündigung.

Joey Skaggs macht seit Jahrzehnten den 1. April zum Medientest Seit 1986 lädt Skaggs Journalisten ein, über seinen jährlichen Umzug zu berichten – um später zu enthüllen, dass große Teile davon eine ausgeklügelte Täuschung waren. Frühere Highlights umfassten einen Donald-Trump-Doppelgänger-Wettbewerb und eine Y2K-Weltuntergangsparty. Zwar gibt es meist eine echte Versammlung, doch das Ausmaß bleibt stets weit hinter den bombastischen Pressemitteilungen zurück.

Skaggs behandelt die Medien wie eine Leinwand: Er erschafft Geschichten, die Redaktionen zwingen, ihre eigene Berichterstattung zu hinterfragen. Seine Arbeit steht in einer langen Tradition journalistischer Aprilscherze. 1985 veröffentlichte Sports Illustrated etwa eine Reportage über Hayden "Sidd" Finch, einen angeblichen Mets-Pitcher, der Bälle mit 277 km/h werfen konnte. Der Haken? Finch war frei erfunden – ein Scherz, der Leser und sogar Baseball-Experten hereinlegte.

Die Folgen: Medien zwischen Selbstzweifeln und Selbstironie Skaggs' Streiche lösen regelmäßig mediale Selbstreflexion aus. In den letzten Jahren mussten renommierte Häuser wie die New York Times, die BBC oder der Guardian nach ihren Falschmeldungen Richtigstellungen, Entschuldigungen oder Analysen nachreichen. Die Aufarbeitung – in Artikeln, Podcasts oder Videos – erfolgt meist Ende April oder Anfang Mai, wenn die Scherze auffliegen. Skaggs' Ziel ist klar: Er will die Menschen an ihre "angeborene Leichtgläubigkeit" erinnern und das Recht feiern, über Autoritäten zu lachen.

Sein Ansatz erinnert an andere berühmte Täuschungen. 1998 gab David Bowie etwa eine Party zur Gründung eines neuen Verlags und stellte den britischen Schriftsteller William Boyd vor. Die Pointe? Boyd existierte zwar – doch die Inszenierung spielte mit den Wahrnehmungen von Prominenz und Authentizität, ganz wie Skaggs' eigenes Werk.

Dieses Jahr: Wieder ein Balanceakt zwischen Fakt und Fiktion Die aktuelle Pressemitteilung ködert mit einer prunkvollen Parade unter Führung des Präsidenten. Die Realität wird wohl bescheidener ausfallen – und umso subversiver. Für Skaggs liegt der eigentliche Erfolg nicht im Event selbst, sondern in den Debatten, die es über Wahrheit, Medien und die Freude auslöst, beides zu hinterfragen.

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