Radio CORAX kämpft um seine Zukunft trotz wachsender Vielfalt und Ehrenamt
Tim LangRadio CORAX kämpft um seine Zukunft trotz wachsender Vielfalt und Ehrenamt
Radio CORAX sendet seit dem Jahr 2000 aus Halle (Saale) – als unabhängiger Sender mit einem Mix aus Musik, Gesprächsformaten und gemeinschaftsorientierten Programmen, die von rund 400 Ehrenamtlichen gestaltet werden. Doch trotz seines wachsenden, vielfältigen Angebots steht die zukünftige Finanzierung des Radios auf dem Spiel.
Der Sender produziert 175 verschiedene Formate, geprägt von den Menschen, die dahinterstehen. Sendungen wie Tipkin oder das Magazin Serendipity teilen sich die Sendezeit mit Angeboten für Kinder, queere Communities und Geflüchtete. Jeder kann in der wöchentlichen Redaktionssitzung Ideen einbringen – vorausgesetzt, man hat zuvor einen Einführungskurs besucht.
CORAX betreibt nicht nur ein Radiostudio, sondern auch einen kulturellen Begegnungsort. Hier finden Filmvorführungen, öffentliche Diskussionen und Workshops für angehende Radiomacher statt. Der Sender kooperiert zudem mit lokalen Kultureinrichtungen und ist Teil von AMARC, dem weltweiten Netzwerk nichtkommerzieller Radios.
Die Finanzierung speist sich aus verschiedenen Quellen: Landesmedienförderung, kommunale Zuschüsse, Projektgelder und Spenden. Ein wichtiger Baustein ist der Verein Freund:innen und Förder:innen von Radio CORAX, der zusätzliche Mittel akquiriert. Doch die finanzielle Zukunft ist ungewiss – besonders, seit die rechtspopulistische AfD die Streichung von Geldern vorantreibt. Die Partei wirft CORAX vor, linke Ideologien zu verbreiten; der Sender weist dies zurück.
Trotz der Herausforderungen bleibt CORAX seiner Mission treu: Die Ehrenamtlichen halten den Betrieb am Laufen und sorgen für ein abwechslungsreiches, partizipatives Programm. Ohne stabile Förderung ist die Existenz des Senders – und damit auch die seiner 175 Formate – jedoch gefährdet. Bis dahin bleibt Radio CORAX eine Plattform für Stimmen, die in den Mainstream-Medien oft ungehört bleiben. Der Sender ist auf Spenden und öffentliche Unterstützung angewiesen, um zu überleben.






