Revolutionäre Trinkflasche halbiert CO₂-Ausstoß – so leicht wie nie zuvor
Ella WagnerPlastikflasche mit Glas - Eine Alternative für Wein? - Revolutionäre Trinkflasche halbiert CO₂-Ausstoß – so leicht wie nie zuvor
Ein deutsches Start-up revolutioniert die Trinkflasche – leichter, grüner, innovativer
Die Weinton/WNTN GmbH setzt mit einer neuartigen Trinkflasche auf Nachhaltigkeit: Eine leichte Kunststoffflasche mit einer hauchdünnen Glasbeschichtung halbiert den CO₂-Ausstoß im Vergleich zu herkömmlichen Glasflaschen. Die Innovation kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Weinbranche unter zunehmendem Druck steht, ihre Umweltbilanz zu verbessern.
Hinter dem Design stehen die 29-jährige Janina Krick und ihr Vater Jörg. Ihre Lösung kombiniert recycelten Kunststoff mit einer ultradünnen Glasschicht, die die Weinqualität bewahrt, während Gewicht und Abfall deutlich reduziert werden.
Die Idee entstand aus Janina Kricks Vorschlag einer Flasche aus 100 Prozent recyceltem Kunststoff – jedoch mit einem "Glaskern". Diese Schicht, gerade dick genug, um das Aroma des Weins zu schützen, löst sich beim Recycling auf, sodass nur der Kunststoff wiederverwertet werden muss. Mit gerade einmal 50 Gramm wiegt die neue Flasche ein Zehntel einer Standard-Glasflasche (0,75 Liter, ca. 530 Gramm).
Die Produktion der innovativen Flaschen verursacht nur halb so viel CO₂ wie herkömmliches Glas. Langfristig plant das Unternehmen, die Herstellung mit Solarenergie noch nachhaltiger zu gestalten. Verbraucher können die leeren Flaschen über Pfandautomaten zurückgeben und erhalten 25 Cent Pfand. Ein QR-Code auf jeder Flasche ermöglicht zudem die Rückverfolgung und unterstützt so ein geschlossenes Kreislaufsystem.
Seit Mitte Dezember verkauft das Start-up die Flaschen online und peilt für das erste Jahr 150.000 Stück an. Bis 2026 soll die Produktion jährlich vervierfacht werden. Ab Juli kommt zudem eine kleinere 187-Milliliter-"Probierflasche" aus reinem Recycling-Kunststoff auf den Markt – ideal für Einzelportionen oder Verkostungen.
Bisher arbeitet Weinton/WNTN mit drei Weingütern in Rheinhessen zusammen, deren Namen jedoch noch nicht genannt werden. Bei über zwei Milliarden in Deutschland jährlich verkauften Weinflaschen strebt das Start-up langfristig einen Marktanteil von zehn Prozent an – mit einer leichteren, recycelbaren Alternative zu schweren Glasflaschen.
Die neue Flasche könnte den CO₂-Fußabdruck der Weinbranche deutlich verringern, denn Glasverpackungen sind derzeit für die Hälfte der Produktionsemissionen verantwortlich. Mit Pfandsystem, Recyclingmaterialien und geringerem Gewicht adressiert das Design sowohl ökologische als auch praktische Herausforderungen. Die ersten Flaschen sind nun online erhältlich, eine breitere Verteilung ist in den kommenden Jahren geplant.
