12 March 2026, 08:05

Rücktritt des Stadtwerke-Chefs Hermes nach Bonner Immobilienskandal und politischen Vorwürfen

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Rücktritt des Stadtwerke-Chefs Hermes nach Bonner Immobilienskandal und politischen Vorwürfen

Olaf Hermes, der Chef der Bonner Stadtwerke, hat seinen Rücktritt bekannt gegeben – weniger als zwei Jahre nach Amtsantritt. Sein Abschied folgt auf einen Immobilienskandal, in den die Bonner Kommunalpolitik verwickelt ist, sowie auf Vorwürfe politischer Einflussnahme. Gleichzeitig steht das Unternehmen vor wichtigen Investitionsentscheidungen und muss gleichzeitig Einsparungen im ÖPNV-Bereich vornehmen.

Hermes hatte den Skandal um Grundstücksgeschäfte bereits im Dezember aufgedeckt. Spätere Ermittlungen ergaben, dass Bonns Oberbürgermeister Guido Déus, sein Stellvertreter und Sebastian Schuster versucht hatten, den städtischen Versorger von einem Grundstückskauf am Flugplatz Hangelar abzuhalten. Berichten zufolge könnten dabei die Interessen eines lokalen Busunternehmers und bedeutenden CDU-Spenders eine Rolle gespielt haben.

Der Aufsichtsrat der Bonner Stadtwerke betonte zwar, man habe "vollstes Vertrauen" in Hermes und die Geschäftsführung. Dennoch nannte Hermes den "Verlust des Vertrauens in die lokale Politik" als Grund für seinen Rückzug im Sommer. Zudem plant das Unternehmen, einen vertraulichen internen Bericht über die mutmaßlichen Einflussnahmen der Staatsanwaltschaft zu übermitteln.

Sein Abschied fällt in eine kritische Phase: Die Bonner Stadtwerke stehen vor großen Investitionen und müssen gleichzeitig die Kosten im Nahverkehr senken.

Hermes wird das Unternehmen bis zum Sommer verlassen und hinterlässt damit ein Unternehmen, das sich sowohl finanziellen Herausforderungen als auch den Folgen des Skandals stellen muss. Nun könnte die Staatsanwaltschaft die Erkenntnisse des internen Berichts prüfen, während die Bonner Stadtwerke ohne ihre aktuelle Führungskraft weitermüssen.

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