15 March 2026, 00:06

Rüstungsboom treibt Militärhaushalte auf Rekordniveau – wer profitiert wirklich?

Ein Diagramm auf einem weißen Hintergrund mit der Überschrift "Die Vorteile der gestiegenen Produktivität über die letzten 35 Jahre sind nicht an die Mittelschicht gegangen."

Rüstungsboom treibt Militärhaushalte auf Rekordniveau – wer profitiert wirklich?

Weltweite Militärausgaben steigen rasant an, da Konflikte eskalieren und Staaten Rüstung priorisieren

Von Europa bis in den Nahen Osten haben sich bewaffnete Auseinandersetzungen auf ein seit Jahrzehnten nicht mehr gesehenes Niveau zugespitzt. Diese Entwicklung prägt Volkswirtschaften und Industrien um – die Verteidigungshaushalte wachsen in Rekordtempo.

Der Krieg in der Ukraine geht mittlerweile ins vierte Jahr, während die Gewalt im Nahen Osten weiter zunimmt. Die anhaltenden Konflikte zwingen Länder dazu, ihre militärische Schlagkraft auszubauen. Allein in diesem Jahr wird Europa seine Rüstungsausgaben voraussichtlich um elf Prozent erhöhen.

Rheinmetall profitiert vom Rüstungsboom Der deutsche Konzern Rheinmetall hat sich zu einem der wichtigsten Akteure dieser Entwicklung gemausert. 2025 stieg der Umsatz um 29 Prozent, und für dieses Jahr wird ein Wachstum von bis zu 45 Prozent erwartet – auf voraussichtlich 14,5 Milliarden Euro. Um die Nachfrage zu bedienen, plant das Unternehmen, 10.000 neue Mitarbeiter einzustellen.

Auch Österreichs Rüstungsindustrie verzeichnet ein starkes Wachstum. Die sicherheitsrelevanten Exporte erreichten 2025 einen Wert von 3,944 Milliarden Euro, angetrieben durch die weltweite Nachfrage. Der österreichische Hersteller Schiebel, bekannt für unbemannte Systeme, entwickelt erstmals bewaffnete Technologien. Das Unternehmen hat bereits Aufträge der griechischen und kanadischen Marine erhalten.

Europa hinkt bei Rüstungsinnovation hinter den USA hinterher Doch im Vergleich zu den USA bleibt Europa in Sachen militärische Innovation zurück. In den letzten zehn Jahren flossen rund 70 Milliarden Dollar in amerikanische Rüstungs-Start-ups – in Europa waren es dagegen nur etwa 7 Milliarden Euro. Zersplitterte Märkte, schwache Förderung für Gründer und chronische Unterfinanzierung bremsen die Umsetzung von Forschungsergebnissen in einsatzfähige Militärtechnik aus.

Die Rüstungsindustrie expandiert rasant: Unternehmen wie Rheinmetall und Schiebel fahren die Produktion hoch, während Regierungen angesichts anhaltender Konflikte und neuer Bedrohungen Milliarden in die Verteidigung pumpen. Dieser Trend zeigt keine Anzeichen einer Verlangsamung – im Gegenteil: Die Militärbudgets und die industrielle Rüstungsproduktion werden voraussichtlich weiter steigen.

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