Sachsen verzeichnet zweiten Rückgang der Asylanträge in Folge – doch Abschiebungen scheitern oft
Matteo WolfAnzahl der Asylsuchenden in Sachsen deutlich gesunken - Sachsen verzeichnet zweiten Rückgang der Asylanträge in Folge – doch Abschiebungen scheitern oft
Zum zweiten Mal in Folge ist die Zahl der Asylsuchenden in Sachsen zurückgegangen. Im Jahr 2025 registrierten die Behörden nur noch 5.189 Menschen – weniger als die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr. Innenminister Armin Schuster (CDU) führte den Rückgang auf eine strengere 'Asylpolitik mit klaren Kurswechseln' zurück, die auf eine Verringerung der Ankünfte und eine effektivere Durchsetzung von Abschiebungen abzielt.
Laut offiziellen Statistiken sinkt die Zahl der Asylanträge kontinuierlich. Während Sachsen 2023 noch 23.120 Asylbewerber verzeichnete, halbierte sich die Zahl 2024 auf 10.120. 2025 setzte sich dieser Trend fort: Nur 5.189 Neuankömmlinge wurden registriert.
Gleichzeitig ging auch die Zahl der in Sachsen gemeldeten ukrainischen Geflüchteten zurück. 2023 waren es noch 142.500, darunter vor allem Frauen (55 %) und Kinder (35 %). Bis 2025 sank die Zahl auf 115.000, wobei der Männeranteil leicht auf 15 % stieg. Unabhängig von den regulären Asylstatistiken beantragten 2025 zudem 5.942 Menschen Schutz vor Russlands Krieg in der Ukraine – ein Anstieg gegenüber den 1.912 Fällen im Vorjahr.
Bei Abschiebungen und freiwilligen Ausreisen zeigt sich ein gemischtes Bild. Zwar wurden 2025 insgesamt 917 abgelehnte Asylbewerber abgeschoben, doch 64 % der geplanten Abschiebungen scheiterten, weil sich die Betroffenen der Vollstreckung entzogen. Dafür stieg die Zahl der freiwilligen Rückkehre auf den Rekordwert von 1.588 – ein deutlicher Anstieg gegenüber 950 im Jahr 2024.
Schuster fordert nun schärfere Maßnahmen, um die Durchsetzung zu verbessern. So soll der Gesetzgeber Fluggesellschaften verpflichten, Abschiebungen durch Transportleistungen zu unterstützen. Zudem schlägt er vor, reguläre Gefängnisse für die Unterbringung von Abschiebehäftlingen zu nutzen, da die bestehenden Einrichtungen an Kapazitätsgrenzen stoßen.
Die aktuellen Zahlen bestätigen einen deutlichen Rückgang der Asylanträge bei gleichzeitig steigenden freiwilligen Ausreisen. Schusters politische Weichenstellungen zielen darauf ab, Abschiebungen zu beschleunigen und Vollzugslücken zu schließen. Im Fokus stehen nun die Umsetzung strengerer Haftregelungen und die Sicherung der Zusammenarbeit mit Airlines für Rückführungen.
