Stefan Mross: Vom DDR-Alltag mit Raureif zum gefeierten Musikstar
Stefan Mross' Weg von einer bescheidenen Kindheit in der DDR zum Musikstar ist eine Geschichte voller Gegensätze. Geboren im Vogtland, wuchs er unter Bedingungen auf, die mit dem heutigen Komfort kaum zu vergleichen sind. Doch trotz aller Entbehrungen blickt er auf diese Jahre mit Wärme und Wehmut zurück.
Seine Tochter, Johanna Mross, ist ihm inzwischen gefolgt – allerdings auf ihre ganz eigene Art. Beide Männer haben sich in der Musik ihren eigenen Weg gebahnt und verbinden dabei Familientradition mit persönlichem Ehrgeiz.
Mross' frühes Leben war alles andere als glamourös. Er lebte in einem alten Haus ohne Zentralheizung, wo sich im Winter Raureif auf seiner Decke bildete. Die Familie nutzte ein Plumpsklo, und Urlaub bedeutete enges Gedränge im Trabant auf dem Weg zur Ostsee. Ein Simson-Moped galt als kostbarer Besitz. Diese Erinnerungen, so hart sie auch waren, sind ihm bis heute besonders wichtig.
Schon als Kind stand er auf der Bühne, aufgewachsen in einer Familie, in der Musik zum Alltag gehörte. Sein Talent zeigte sich früh und ebnete den Weg für seine spätere Karriere. Jahrzehnte später fällt es seinem Mann, Lenny Lanner, noch immer schwer, sich diese Verhältnisse vorzustellen. Er vergleicht seine Schilderungen mit dem Leben in den 1950er-Jahren oder der Nachkriegszeit – nicht mit den 1980ern.
Johanna Mross, Mross' Tochter, schlug zunächst einen anderen Weg ein. Sie ließ sich zur Konditorin ausbilden, bevor die Musik sie zurückrief. Ihr Comeback begann mit dem Projekt Spirit of Christmas, einer Zusammenarbeit mit ihrem Vater und Lanner. Bis 2019 hatten ihre lockeren Gesangsproben sich zu einer Familienband formiert: More than Words.
Kürzlich starteten Johanna und Lanner ein neues Projekt – unabhängig von der Familienformation. Fans erhielten einen Einblick in ihre heitere Seite, als sie ein bezauberndes Kinderfoto teilte. Trotz ihrer musikalischen Prägung betont Johanna, dass ihre Eltern sie nie gedrängt hätten. Ihre Karriere, wie die ihres Vaters, basiert auf Leidenschaft, nicht auf Druck.
Von raureifbedeckten Decken zu ausverkauften Konzerten – Stefan Mross' Lebensweg steht für Widerstandskraft und Lebensfreude. Der Weg seiner Tochter spiegelt diese Unabhängigkeit wider, verbindet Tradition mit Neuem. Gemeinsam beweisen sie, dass Musik – und Familie – selbst die größten Klüfte zwischen Vergangenheit und Gegenwart überbrücken kann.
