14 March 2026, 02:06

Stimmungsrückgang bei VW Zwickau: Betriebsratswahl zeigt wachsende Unsicherheit unter Beschäftigten

Ein grüner Hintergrund mit der fetten weißen Schrift "net-zero emissions by 2050".

Keine Rechtsverschiebung - IG Metall gewinnt Wahl bei VW Zwickau - Stimmungsrückgang bei VW Zwickau: Betriebsratswahl zeigt wachsende Unsicherheit unter Beschäftigten

VWs Werk in Zwickau – ein zentraler Standort für die Elektroauto-Produktion – verzeichnet einen deutlichen Stimmungsrückgang unter den Beschäftigten. Grund sind Stellenabbau und die Reduzierung der Schichten. Die jüngste Wahl des Betriebsrats zog dabei besondere Aufmerksamkeit auf sich, da Befürchtungen über wachsenden Einfluss rechtsextremer Kräfte in der Belegschaft aufkamen.

Rund 8.200 Mitarbeiter des Zwickauer Werks stimmten über ihre neue Interessenvertretung ab. Die IG Metall, die mit Abstand stärkste Gewerkschaft, sicherte sich über 81 Prozent der Stimmen und errang 29 der 35 verfügbaren Sitze. Obwohl dieses Ergebnis eine klare Mehrheit darstellt, bedeutet es einen Rückgang gegenüber den fast 89 Prozent, die die Gewerkschaft bei der vorherigen Wahl erreichte.

Die rechtsextrem nahestehende "Freie Betriebsratsallianz" kam auf 11,5 Prozent und erhält damit vier Sitze. Die "Alternative Liste" erreichte knapp 7,3 Prozent und zieht mit zwei Vertretern in den Betriebsrat ein. Die Wahl fand in einer angespannten Phase statt, da das Werk mit Produktionskürzungen und Arbeitsplatzverlusten konfrontiert ist.

Volkswagen hat die Belegschaft in Zwickau bereits um rund 1.200 Stellen verringert – durch natürliche Fluktuation, Kündigungen und auslaufende Verträge. Zudem wird die Schichtzahl von drei auf zwei reduziert, was die Beschäftigungssituation weiter verschärft. Diese Maßnahmen sind Teil eines umfassenderen Plans, der bis 2030 den Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen in ganz Deutschland vorsieht, bedingt durch Überkapazitäten. In Sachsen wurde die Fahrzeugproduktion in der Gläsernen Manufaktur Dresden bereits komplett eingestellt, während Zwickau die Fertigung mehrerer Modelle verlieren wird.

Die Wahlergebnisse bestätigen zwar die anhaltende Vorherrschaft der IG Metall im Zwickauer Werk, doch ihre Unterstützung ist leicht gesunken. Die Zukunft des Standorts bleibt ungewiss, während Volkswagen mit Stellenstreichungen und Produktionsanpassungen voranschreitet. Die Beschäftigten müssen sich auf weniger Schichten und eine schrumpfende Belegschaft einstellen – weitere Veränderungen stehen in den kommenden Jahren bevor.

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