07 March 2026, 04:06

Streit um Apothekengesetz: Wer zahlt die Zeche für Reformen und Standards?

Ein Plakat mit Text über Preisunterschiede von Arzneimitteln im Jahr 2022, darunter ein paar Flaschen und eine Spritze.

Streit um Apothekengesetz: Wer zahlt die Zeche für Reformen und Standards?

Im Gesundheitsausschuss des Bundestags wird derzeit über das Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) debattiert. Der Gesetzentwurf hat in der Branche heftige Reaktionen ausgelöst – vor allem wegen der befürchteten Kosten, Ausbildungsstandards und der Zukunft der Apothekenbetriebe.

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Thomas Preis, Präsident der Bundesapothekerkammer (ABDA), begrüßte zwar Pläne, die Festvergütung für Apotheken über eine begleitende Verordnung zu erhöhen. Gleichzeitig warnte er jedoch, dass die Zahl der Apotheken in Deutschland in den vergangenen 13 Jahren kontinuierlich gesunken sei. Er forderte dringende Maßnahmen, um weitere Schließungen zu verhindern, und sprach sich gegen eine "Entprofessionalisierung" des Sektors aus – etwa durch Vorhaben, Apotheken ohne approbierte Apotheker:innen oder vor-Ort-Labore zu betreiben.

Markus Grunenberg vom GKV-Spitzenverband, dem Dachverband der gesetzlichen Krankenkassen, lehnte die Gebührenerhöhung ab und schätzte, dass sie die Steuerzahler:innen eine Milliarde Euro zusätzlich kosten werde. Anja Zierath vom Bundesverband der Pharmazeutisch-technischen Assistenten (BVpta) lehnte hingegen eine Vertretungsregelung für Apotheken ohne zusätzliche Qualifizierung ab und betonte, dass hohe Standards gewahrt bleiben müssten.

Ulrich Langenberg von der Bundesärztekammer (BÄK) positionierte sich klar gegen den rezeptfreien Verkauf verschreibungspflichtiger (Rx-)Medikamente. Dr. Stefan Hartmann vom Bundesverband Deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK) plädierte stattdessen für eine flexiblere Regelung der Erstattung für Rezepturarzneimittel.

Unterdessen wies Bork Bretthauer von Pro Generika auf die stabile Versorgung mit Biosimilars hin, forderte aber ein Verbot von Exklusivverträgen, um den Wettbewerb fair zu gestalten. Thomas Porstner vom Phagro-Großhandelsverband verlangte schärfere Kontrollen bei Logistikdienstleistern, um die Einhaltung von Lager- und Transportvorschriften für Arzneimittel sicherzustellen.

Die Diskussionen um das ApoVWG offenbaren tiefe Gräben bei der Apothekenfinanzierung, den Berufsstandards und der Arzneimittelverteilung. Während die einen strengere Regulierung, höhere Gebühren oder Kostendämpfung fordern, wird die endgültige Fassung des Gesetzes weitreichende Folgen für den deutschen Apothekensektor haben.

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