29 January 2026, 22:11

Streit um Martin Sellners unangemeldeten Besuch im Thüringer Landtag eskaliert

Eine Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße in Berlin, hält Schilder und Banner hoch und fährt dabei Fahrräder, vor einem Gebäude mit Bögen, Säulen, Skulpturen und Bäumen.

Streit um Martin Sellners unangemeldeten Besuch im Thüringer Landtag eskaliert

In Erfurt hat sich ein Streit darüber entwickelt, wer wann von dem Besuch des rechtsextremen Aktivisten Martin Sellner in Thüringen wusste. Nun geraten Beamte aneinander, ob vor seinem Treffen mit AfD-Politikern die notwendigen Überprüfungen stattfanden. Die Kontroverse entstand nach Sellners nicht angemeldetem Auftritt im Thüringer Landtag am Montagabend.

Die Stadt Erfurt erfuhr erstmals zu Jahresbeginn von Sellners geplanter Veranstaltung in Thüringen. Verwaltungsmitarbeiter behaupten jedoch, erst am Montagnachmittag eine offizielle Mitteilung erhalten zu haben. Unterdessen gibt die Thüringer Landespolizei an, seit Ende 2025 über seine Reisepläne in Thüringen informiert gewesen zu sein. Auch das Landesamt für Verfassungsschutz wusste bereits seit etwa zehn Tagen Bescheid.

Vor seinem Abendvortrag traf Sellner im Landtagsgebäude mit AfD-Vertretern zusammen – ohne vorherige Anmeldung oder Sicherheitskontrollen. Daniel Haseloff, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der AfD, begrüßte Sellner öffentlich im Foyer und veröffentlichte Fotos im Netz. Später bedankte er sich auf X bei dem Aktivisten, was für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte.

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Sellner nutzte die Gelegenheit, um den "Mut" der Thüringer AfD zu loben. Sein Auftritt wirft seitdem die Frage auf, wie ein solcher Besuch unbehelligt bleiben konnte.

Der Vorfall hat nun eine Debatte über die Verantwortung für das Versäumnis ausgelöst. Die Sicherheitsprotokolle stehen auf dem Prüfstand, es gibt Forderungen nach klareren Abläufen. Das Treffen Sellners mit AfD-Politikern bleibt ein zentraler Streitpunkt der Affäre.