Streit um Regionalliga-Reform: Warum das regionale Modell auf Widerstand stößt
Tim LangStreit um Regionalliga-Reform: Warum das regionale Modell auf Widerstand stößt
Ein vorgeschlagenes regionales Modell für die Reform der Regionalliga hat heftigen Widerstand von Vereinen und Funktionären ausgelöst. Kritiker bezeichnen den Plan als ungerecht und schlecht durchdacht – er bestrafe Mannschaften, statt das System zu verbessern. Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, wie die Liga am besten umstrukturiert werden kann, um einen fairen Aufstieg in die 3. Liga zu gewährleisten.
Eine 13-köpfige Arbeitsgruppe zur Regionalliga-Reform sprach sich einstimmig für eine Vier-Ligen-Struktur aus. Ziel war es, allen Meistern eine Aufstiegschance in die 3. Liga zu garantieren. Parallel wurde jedoch ein alternatives regionales Modell vorgeschlagen, das einen Zusammenschluss der Staffeln Nord, Nordost und Bayern zu zwei Ligen vorsieht, während die West- und Südwest-Staffeln unverändert bleiben sollen.
Das regionale Modell stieß sofort auf scharfe Ablehnung. Hermann Winkler, Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV), nannte es "völlig realitätsfremd" und warf ihm vor, den NOFV faktisch aufzulösen. Stattdessen plädierte er für das Kompassmodell – ein System, das die Ligeneinteilung jedes Jahr anhand der Reiseentfernungen neu organisiert und damit deutlich fairer sei.
Daniel Meyer, Sportdirektor des Halleschen FC, bezeichnete das regionale Modell als "schlechten Witz" und kritisierte die Verantwortlichen für ihre Fehleinschätzung. Tommy Haeder, Sprecher der Kampagne "Aufstiegsreform 2025", sah in dem Vorschlag eine politische Entscheidung, die den Fußball spalte statt zu einen.
Unterdessen wächst die Unterstützung für das Kompassmodell unter den Vereinen. Toni Wachsmuth, Geschäftsführer des 1. FC Lokomotive Leipzig, betonte dessen Bedeutung für die Regionalliga Nordost. Rund 70 Vereine, die sich in der Aufstiegsreform-Initiative engagieren, haben sich ebenfalls hinter das Kompassmodell gestellt – sie halten es für eine ausgewogenere Lösung.
Die Zukunft des regionalen Modells bleibt ungewiss, da der Widerstand weiter zunimmt. Vereine und Funktionäre setzen sich weiterhin für das Kompassmodell ein, das sie als fairer und praxistauglicher ansehen. Das Ergebnis dieser Debatte wird maßgeblich beeinflussen, wie Regionalliga-Mannschaften in den kommenden Spielzeiten um den Aufstieg kämpfen werden.






