Thüringen rettet kleine Kindergärten mit Reform des Kita-Gesetzes
Greta SchneiderKindergarten-Schwund: Diese Ideen könnten Thüringens Kitas helfen - Thüringen rettet kleine Kindergärten mit Reform des Kita-Gesetzes
Thüringen reformiert sein Kindergartengesetz, um kleine Kitas zu retten
Thüringen will sein Kindergartengesetz reformieren, um kleinere Kindertageseinrichtungen zu unterstützen, die unter finanziellen Schwierigkeiten leiden. Hintergrund ist, dass über 21.000 Kinder Einrichtungen mit weniger als 50 angemeldeten Kindern besuchen – davon etwa 1.500 in Kitas mit weniger als 21 Betreuungsplätzen. Ein drastischer Rückgang der Geburtenraten hat viele kleine Kindergärten an den Rand der Schließung gebracht.
Bildungsminister Christian Tischner (CDU) und die Regierungskoalition haben nun Änderungen vorgeschlagen, um die Finanzierung kleinerer Einrichtungen zu verbessern. Eine zentrale Maßnahme ist ein Zuschlag pro Kind, der Betreiber davon abhalten soll, wenig ausgelastete Kitas zu schließen. Die Linke setzt sich für eine Grundfinanzierung ein – also eine feste Mindestsumme plus kindbezogene Zuschüsse –, um die Kindergärten offenhalten zu können.
Weitere Vorschläge zielen auf eine Umstrukturierung der Kinderbetreuung ab. Eine Idee sind Fusionsanreize, die kleine Einrichtungen dazu bewegen sollen, ihre Ressourcen zu bündeln. Ein anderes Modell sieht ein Stammhaus-Prinzip vor, bei dem eine größere Kita mehrere kleinere Standorte durch gemeinsames Personal unterstützt. Die BSW warnt unterdessen, dass auch Tagespflegepersonen in die Pläne einbezogen werden müssten, und verweist auf mögliche Transportprobleme für Familien, falls die Wege zu den Kitas länger werden.
Die SPD begrüßt die Reformen und verweist darauf, dass sie bereits im vergangenen Sommer ähnliche Schritte gefordert hatte. Der Druck auf kleine Kindergärten ergibt sich aus der alternden Bevölkerung Thüringens und der historisch niedrigen Geburtenrate. 2024 kamen im Schnitt nur 32 Babys pro Tag zur Welt, während täglich 83 Menschen starben.
Die geplanten Änderungen sollen das Kita-Netz im Land stabilisieren – durch gezielte finanzielle Hilfen und Umstrukturierungsmöglichkeiten. Da sich der demografische Trend voraussichtlich nicht kurzfristig umkehren wird, zielen die Reformen darauf ab, flächendeckende Schließungen kleiner Kindergärten zu verhindern. Die nächsten Schritte der Landesregierung werden zeigen, wie wirksam die Maßnahmen die anhaltenden Herausforderungen bewältigen können.
