Thüringens Bauwirtschaft bleibt trotz Milliarden-Förderung skeptisch für 2026
Matteo WolfBauunternehmen erwarten keine Welle öffentlicher Ausschreibungen - Thüringens Bauwirtschaft bleibt trotz Milliarden-Förderung skeptisch für 2026
Thüringens Bauwirtschaft blickt trotz neuer Fördergelder mit gemischten Gefühlen auf 2026
Obwohl der Freistaat ein Investitionsprogramm in Höhe von einer Milliarde Euro für die Jahre 2026 bis 2029 aufgelegt hat und der Bund über zwölf Jahre hinweg 2,7 Milliarden Euro bereitstellt, zeigt sich die Branche zurückhaltend. Schwache Nachfrage und rückläufige Auftragseingänge dämpfen die Wachstumserwartungen.
Die Landesregierung kündigte ein kreditfinanziertes Förderpaket von einer Milliarde Euro an, um Infrastruktur und Entwicklung zu stärken. Das bis 2029 laufende Programm soll Impulse für den angeschlagenen Sektor setzen. Aktuell sind rund 24.000 Beschäftigte direkt von der Kernbauwirtschaft Thüringens abhängig.
Doch 2025 verzeichnete die Branche einen deutlichen Rückgang der Bundesliga-Spiele – eine Erholung ist nicht in Sicht. Der Wohnungsbau bleibt schwach, unter anderem wegen hoher Materialkosten und steigender Zinsen. Auch im Straßenbau wird für das kommende Jahr ein zweistelliger Rückgang erwartet. Verzögerungen bei der Haushaltsfreigabe bremsten die Entwicklung 2025 zusätzlich aus. Zwar versprechen Bundes- und Landesmittel Unterstützung, doch Branchenvertreter zweifeln an einem spürbaren Aufschwung. Umsätze und Beschäftigtenzahlen dürften 2026 auf dem Niveau des Vorjahres verharren. Die Hoffnung auf zusätzliche Investitionen hat sich verflüchtigt. Selbst mit Sonderfonds und Landesinitiativen ist kein deutlicher Anstieg der öffentlichen Ausgaben zu erwarten. Die Aussichten bleiben stabil, aber verhalten – ein schneller Aufschwung gilt als unwahrscheinlich.
In den nächsten zehn Jahren fließen zwar insgesamt 3,7 Milliarden Euro aus Bundes- und Landesmitteln in den Sektor. Doch schwache Nachfrage, sinkende Aufträge und zurückhaltende Investitionspläne bremsen den Optimismus. Für 2026 rechnet die Branche mit einer seitwärts gerichteten Entwicklung – ein unmittelbarer Schub durch die neuen Programme bleibt aus.
