Karnevalisten erhalten Sicherheitsausbildung - Thüringens Karnevalsvereine übernehmen Sicherheit selbst in die Hand
Veranstaltungen in Thüringen: Karnevalsvereine übernehmen Eigenverantwortung für Sicherheit
In ganz Thüringen planen Karnevalsvereine ihre Sicherheit nun selbst. Seit 2024 schreibt das Innenministerium des Landes vor, dass Veranstalter spezielle Schulungen absolvieren müssen. Der Schritt folgt auf steigende Sicherheitskosten und Vorfälle, die im vergangenen Jahr einige Veranstaltungen zur Verkleinerung zwangen.
Das Thüringer Innenministerium führte zu Beginn des Jahres 2024 verpflichtende Sicherheitskurse ein. Bis 2026 haben bereits rund 45 Karnevalsvereine teilgenommen, 35 Mitglieder erhielten bereits ihr Zertifikat. Das Programm vermittelt Notfallmanagement, Evakuierungsstrategien und Risikobewertung für Umzüge.
In den vergangenen zwei Jahren wurden zudem neue Regeln eingeführt, darunter eine Pflichtschulung in Erster Hilfe für Wagenbegleiter sowie strengere Auflagen zur Menschenmengenkontrolle. Städte wie Erfurt und Jena setzen inzwischen Drohnen ein, um große Menschenansammlungen zu überwachen. Diese Maßnahmen erfolgten, nachdem hohe Sicherheitsausgaben in Erfurt 2025 zu einem kleineren Umzug führten.
Ziel der Schulungen ist es, den Vereinen zu ermöglichen, eigene Sicherheitskonzepte zu entwickeln. Behörden gehen davon aus, dass sich die Kosten dadurch um bis zu zwei Drittel reduzieren lassen – was die Veranstaltungen für lokale Organisatoren langfristig tragbarer macht.
Die Initiative verlagert die Verantwortung von externen Dienstleistern auf die Vereine selbst. Mit mehr geschulten Mitgliedern können die Veranstalter nun maßgeschneiderte Sicherheitsvorkehrungen treffen. Der Freistaat erwartet in den kommenden Karnevalssaisons weniger Absagen und besser organisierte Feiern.
