Thüringens Kitas kämpfen ums Überleben – doch die Politik zögert noch zu lange
Greta SchneiderKindergarten-Schwund: Diese Ideen könnten Thüringens Kitas helfen - Thüringens Kitas kämpfen ums Überleben – doch die Politik zögert noch zu lange
Thüringen steht vor einer wachsenden Krise in der Kinderbetreuung – Geburtenrate sinkt auf historisches Tief
In Thüringen spitzt sich die Lage in der Kinderbetreuung dramatisch zu, nachdem die Geburtenrate einen historischen Tiefstand erreicht hat. 2024 wurden im Schnitt nur noch 32 Kinder pro Tag geboren, während täglich 83 Menschen starben – ein Beschleuniger des demografischen Wandels. Nun warnen Politiker: Ohne schnelle finanzielle Hilfen könnten viele kleine Kitas schließen.
Der Druck auf kleine Kindertageseinrichtungen ist das Ergebnis langfristiger demografischer Verschiebungen. Bei sinkenden Geburtenzahlen und einer alternden Bevölkerung besuchen in Thüringen mittlerweile über 21.000 Kinder Einrichtungen mit weniger als 50 Betreuungsplätzen. Rund 1.500 von ihnen sind in Kitas mit weniger als 21 Kindern – für viele dieser Einrichtungen wird es zunehmend schwierig, die Kosten zu decken.
Bildungsminister Christian Tischner (CDU) und die Regierungskoalition wollen nun das Thüringer Kindertagesstättengesetz ändern. Geplant ist ein Zuschlag pro Kind für kleinere Einrichtungen, um Schließungen zu verhindern. Die Linke schlägt zudem ein Grundfinanzierungsmodell vor: einen festen Sockelbetrag plus eine pauschale Förderung pro Kind, um bedrohte Kitas zu retten.
Diskutiert werden auch weitere Lösungen wie Fusionen oder ein "Stammhaus-Modell". Dabei würde eine größere Einrichtung mehrere kleinere Standorte unterstützen, indem Personal und Ressourcen gemeinsam genutzt werden. Die SPD betont, die aktuellen Vorschläge entsprächen im Kern ihren eigenen Ideen vom vergangenen Sommer – frühere Maßnahmen hätten die Lage entspannen können.
Ohne Gegensteuer droht in den kommenden Jahren die Schließung weiterer kleiner Kitas in Thüringen. Die geplanten Finanzreformen sollen Einrichtungen mit sinkenden Kinderzahlen stabilisieren. Jetzt liegt es an den Abgeordneten, die Maßnahmen rechtzeitig zu beschließen – bevor weitere Türen für immer geschlossen werden.
