Top-Ökonom Truger warnt vor neuer Krise durch Golfkonflikt und steigende Preise
Ella WagnerTop-Ökonom Truger warnt vor neuer Krise durch Golfkonflikt und steigende Preise
Deutschlands führender Wirtschaftsexperte Achim Truger warnt vor einer neuen globalen Krise, ausgelöst durch steigende Preise im Zuge des Golfkonflikts. Er drängt nun auf dringende makroökonomische Maßnahmen, um einen starken Inflationsschub zu bremsen und eine schädliche Lohn-Preis-Spirale zu verhindern.
Trugers Vorschläge umfassen steuerfreie Sonderzahlungen, eine Aussetzung der Schuldenregeln sowie gezielte Energiepreisdeckel, um Haushalte und Unternehmen zu entlasten. Seine Empfehlungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Debatte über Krisenmaßnahmen in Deutschland und der EU an Dynamik gewinnt. Seit Russlands Angriff auf die Ukraine 2022 haben kurzfristige Lösungen wie der deutsche 200-Milliarden-Euro-Energieschutzschirm und EU-Marktreformen längeren Strategien Platz gemacht. Dazu zählen nun ein aufgestockter 800-Milliarden-Euro-Fonds NextGenerationEU, eine geplante EU-Kapitalmarktunion sowie Reformen der deutschen Schuldenbremse, um grüne Investitionen und Verteidigungsausgaben zu priorisieren.
Um den jüngsten Preisschock abzufedern, fordert Truger eine abgestimmte Reaktion. Er schlägt vor, die Preisbremsen für Gas, Öl und Strom wieder zu aktivieren, während Anreize zum Energiesparen erhalten bleiben. Der Grundbedarf würde subventioniert, und Preisobergrenzen sollten übermäßige Steigerungen in der Energiebranche und verwandten Sektoren verhindern.
Auf EU-Ebene regt Truger Unterstützungsmechanismen für Mitgliedstaaten mit schwächeren Haushalten an. Zudem rät er Deutschland, die Schuldenbremse vorübergehend auszusetzen und über die Notfallklausel gezielte, befristete Hilfen zu finanzieren. So ließen sich unnötige Zinserhöhungen vermeiden, die die Wirtschaft zusätzlich belasten könnten.
Ein zentraler Baustein seines Plans ist eine inflationsausgleichende Sonderzahlung, die steuer- und sozialabgabenfrei bleibt. Diese einmalige Zahlung soll Arbeitnehmern helfen, ohne langfristigen Lohndruck zu erzeugen. Truger betont, dass die Wirtschaft ohne solche Maßnahmen in eine tiefere Rezession rutschen könnte, wenn Inflation und Stagnation um sich greifen.
Trugers Vorschläge zielen darauf ab, die Preise zu stabilisieren und die Wirtschaft vor einer anhaltenden Krise zu schützen. Seine Empfehlungen reichen von der vorübergehenden Aussetzung der Schuldenregeln über Energiepreisdeckel bis hin zu EU-weiten Finanzhilfen. Im Mittelpunkt steht die Verhinderung einer Lohn-Preis-Spirale, während die Erholungsbemühungen auf Kurs bleiben.






