26 February 2026, 10:22

US-Preisreform TrumpRx gefährdet Medikamentenversorgung in Deutschland

Ein Plakat mit Text über Preisunterschiede bei Arzneimitteln im Jahr 2022, darunter einige Flaschen und eine Spritze.

US-Preisreform TrumpRx gefährdet Medikamentenversorgung in Deutschland

Neues US-Medikamentenpreismodell sorgt in Deutschlands Pharmabranche für Besorgnis

Die von US-Präsident Donald Trump eingeführte Initiative TrumpRx zielt darauf ab, die Arzneimittelkosten für Amerikaner zu senken, indem die Preise an denen vergleichbarer Länder – mit Deutschland als zentralem Referenzmarkt – ausgerichtet werden. Doch die deutsche Pharmaindustrie warnt, dass dieser Schritt den Zugang zu innovativen Therapien für Patienten in Deutschland verzögern oder sogar blockieren könnte.

Die Plattform TrumpRx bietet derzeit Rabatte auf 40 Medikamente an, wobei internationale Preisvergleiche als Grundlage für niedrigere US-Preise dienen. Deutschland, das häufig als Maßstab für faire Arzneimittelpreise gilt, gerät nun selbst unter Druck, da seine eigenen Medikamentenkosten zum Ziel der Angleichung werden.

Dorothee Brakmann, Geschäftsführerin von Pharma Deutschland, betont die Risiken für deutsche Unternehmen. Angesichts der engen Exportverbindungen in die USA könnten Firmen ihre Preispolitik und Markteinführungsstrategien überdenken, um finanzielle Verluste zu vermeiden. Die Sorge ist, dass bahnbrechende neue Medikamente in Deutschland später eingeführt – oder ganz übersprungen – werden, um keine globalen Preissenkungen auszulösen.

Deutschland hinkt bereits beim Zugang zu Spitzenmedikamenten hinterher: Mindestens 19 in den USA als bahnbrechend eingestufte Arzneimittel sind deutschen Patienten nicht verfügbar. Branchenexperten warnen, dass TrumpRx diese Lücke weiter vergrößern könnte, sodass es für innovative Therapien noch schwieriger wird, hier auf den Markt zu kommen.

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Das Thema soll im Rahmen des laufenden Pharma-Dialogs in Deutschland behandelt werden, wo Akteure erörtern wollen, wie die Patientenversorgung vor den Folgen geschützt werden kann. Ohne Gegenmaßnahmen könnten die raschen Veränderungen der globalen Preisgestaltung Unternehmen dazu veranlassen, US-Markteinführungen vorrangig zu behandeln – auf Kosten Europas und mit weniger Optionen für deutsche Patienten.

Die Auswirkungen von TrumpRx beschränken sich nicht auf die USA, sondern zwingen deutsche Pharmaunternehmen, ihre Strategien neu zu überdenken. Hält der Preisdruck an, könnten neue Medikamente in Deutschland später – oder gar nicht – ankommen. Die Folgen könnten den Zugang zu medizinischem Fortschritt für Patienten im ganzen Land grundlegend verändern.