Vergessene DDR-Geschichte: Wie Höfe im Landkreis Geisa systematisch abgerissen wurden
Matteo WolfVergessene DDR-Geschichte: Wie Höfe im Landkreis Geisa systematisch abgerissen wurden
Öffentlicher Vortrag und Lesung am Freitag, 8. Mai 2026, um 18:30 Uhr im rechten Flügel von Schloss Dermbach
Die Schlossbibliothek Dermbach und der Verein Freunde des Museums und der Bibliothek Dermbach laden zu einer Veranstaltung ein, die sich mit der Geschichte der abgerissenen Höfe im Landkreis Geisa zwischen 1952 und den 1980er-Jahren befasst.
Wolfgang Christmann, Mitautor des Buches „Zu ihrem eigenen Schutz? Die Geschichte der abgerissenen Höfe und ihrer Bewohner“, wird den Abend gestalten. Anhand von Fallbeispielen analysiert er die Planung und Durchführung der Abrisse – darunter auch die Rolle inoffizieller Stasi-Mitarbeiter. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei große Aktionen: die „Aktion Blümchen“ und die „Aktion Festigung“, bei denen Hunderte Häuser und Dörfer entlang der innerdeutschen Grenze zerstört wurden.
Allein im Landkreis Geisa fielen in dieser Zeit über dreißig Gehöfte den Abrissmaßnahmen zum Opfer. Das Buch, das Christmann gemeinsam mit Bruno Leister verfasst hat – der selbst in der Sperrzone an der Grenze aufwuchs –, erschien erstmals 2011 und wurde aufgrund der großen Nachfrage neu aufgelegt. Während der Veranstaltung ist es für 29 Euro erhältlich.
Die Veranstaltung wirft einen detaillierten Blick auf ein kaum beachtetes Kapitel der DDR-Geschichte. Besucher haben die Möglichkeit, die überarbeitete Neuauflage zu erwerben und Zeitzeugenberichte über die Abrisse zu hören. Der Vortrag beginnt um 18:30 Uhr in Schloss Dermbach.






