Vom Clown zum Monster: Wie das Fernsehen Stiefväter inszeniert
Die Rolle von Stiefvätern in den Medien hat sich im Laufe der Jahre stark gewandelt. Während sie in manchen Serien als komische Figuren dargestellt werden, erscheinen sie in anderen Produkten in einem weitaus düstereren Licht. Eines der frühesten Beispiele für einen Stiefvater im westdeutschen Fernsehprogramm stammte aus den 1980er-Jahren – eine Sitcom, die Neuland betrat.
1983 startete das ZDF Ich heirate eine Familie, die erste Sitcom über eine Patchworkfamilie im westdeutschen Fernsehprogramm. Die Serie lief bis 1986, mit Peter Weck in der Hauptrolle als Werner Schumann. Seine Figur wurde oft als tollpatschiger, komischer Typ gezeigt – eher ein fünftes Rad am Wagen als eine Autorität im Haushalt.
Doch nicht alle Darstellungen von Stiefvätern sind heiter. Filme wie Shining oder Die Nacht des Jägers zeigen sie als unheimlich oder gar monströs. Stiefmütter hingegen haben seit langem mit negativen Klischees zu kämpfen, besonders in Märchen, religiös-patriarchalischen Traditionen und bestimmten Mediengenres. In den USA hat sich die Anerkennung für Stiefväter und Patchworkfamilien im Laufe der Zeit verstärkt. Der National Stepfamily Day wird am 16. September begangen, der National Stepfather’s Day fällt auf den dritten Freitag desselben Monats.
Von sitcomhafter Komik bis zu beängstigenden Schurken – Stiefväter wurden auf der Leinwand auf vielfältige Weise porträtiert. Die ZDF-Serie der 1980er-Jahre markierte einen frühen Versuch, ihre Rolle in einer Patchworkfamilie zu erkunden. Heute lenken spezielle Gedenktage in den USA die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung von Stiefvätern und gemischten Haushalten im modernen Fernsehprogramm.
