Wartburgkreis-Delegation sammelt Ideen für dezentrale Energie-Hubs im Münsterland
Matteo WolfWartburgkreis-Delegation sammelt Ideen für dezentrale Energie-Hubs im Münsterland
Eine hochrangige Delegation aus dem Wartburgkreis reiste kürzlich ins Münsterland, um sich über Projekte zur Energiewende und digitale Innovationen zu informieren. Zu der Gruppe gehörten Thüringens Staatssekretär Marcus Malsch, Landrat Dr. Michael Brodführer sowie Fachleute aus regionalen Energieunternehmen und Hochschulen. Die von der Stadt Geisa organisierte Reise diente dem Ziel, Anregungen für die Entwicklung dezentraler Energie-Hubs in der Region zu sammeln.
Den Auftakt bildete ein Besuch beim Fraunhofer-Institut in Bochum. Dort informierte sich die Delegation über aktuelle Forschungsprojekte zu Geothermie, Wasserstoffproduktion und fortschrittlichen Energiespeichersystemen.
Am zweiten Tag stand ein Termin bei der Bioenergie Heek-Ahle GmbH & Co. KG auf dem Programm, einer Biogasanlage, die von 45 regionalen Landwirtschaftsbetrieben betrieben wird. Die Anlage verarbeitet jährlich rund 135.000 Tonnen Gülle und Mist zu Biomethan. Seit der Gründung im Jahr 2006 hat sich das Unternehmen von einer 500-kW-Anlage auf eine Leistung von über 2 MW ausgebaut und dabei Technologien wie Biogasaufbereitung und Abfallrecycling eingeführt. Zudem arbeitet es mit Landwirten und umliegenden Kommunen an Kreislaufwirtschaftsprojekten zusammen – etwa bei der Nutzung von Gärresten als Düngemittel oder einem Pilotprojekt für strombetriebene Biogasanlagen.
Im weiteren Verlauf traf die Delegation mit der Energiegenossenschaft AHLeG zusammen, um über bürgerfinanzierte Windenergieprojekte zu sprechen. Ein weiterer Besuch galt der Tobit.Software AG, wo es um Smart-City-Technologien und Möglichkeiten ging, Anwohner in die lokale Energieplanung einzubinden.
Auf dem Programm stand zudem ein Termin bei der 2G Energy AG, einem weltweit führenden Anbieter von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK). Hier beschäftigte sich die Gruppe mit dezentralen KWK-Lösungen für die kleinteilige Energieerzeugung. Den Abschluss bildete ein Besuch bei der Uniper Energy Storage GmbH, wo großtechnische Speicherlösungen als zentrale Bausteine eines nachhaltigen Energienetzes vorgestellt wurden.
Nach vier Tagen mit Gesprächen und Vor-Ort-Besichtigungen kehrte die Delegation mit praxisnahen Erkenntnissen und Projektvorschlägen nach Geisa zurück. Diese Erkenntnisse fließen nun in die Initiative energieLAND:Geisa ein, die den Aufbau dezentraler, multifunktionaler Energiezentren in der Region vorantreiben soll. Die Stadt plant, die gewonnenen Erkenntnisse für die Ausgestaltung ihrer künftigen Energiestrategie zu nutzen.
