Wie Condor mit 550 Millionen Euro gerettet wurde – und warum die Zukunft ungewiss bleibt
Ella WagnerWie Condor mit 550 Millionen Euro gerettet wurde – und warum die Zukunft ungewiss bleibt
Ein neuer Podcast deckt die verwickelte finanzielle Rettung von Condor auf – eine der komplexesten Staatshilfen in der Geschichte der deutschen Luftfahrt. Die Folge aus der Serie Gedankenflüge basiert auf wochenlanger Recherche zu EU-Subventionen, Finanzunterlagen und Insidergesprächen über das Überleben der Airline.
Noch 2019 florierte Condor mit starken Gewinnen und ohne Schulden. Doch die liquiden Mittel der Airline verschwanden in einem gemeinsamen Liquiditätspool, der vom zusammengebrochenen Reiseveranstalter Thomas Cook verwaltet wurde. Als die Pandemie ausbrach, sprang die deutsche Regierung mit einem 550-Millionen-Euro-Notkredit der Staatsbank KfW ein.
Die Rettungsaktion wurde umstrukturiert, um den britischen Investor Attestor einzubinden, der die Airline kaufen und später weiterveräußern sollte. Doch ein Käufer blieb aus, sodass Condors Zukunft ungewiss ist. Der Podcast erklärt zentrale Finanzbegriffe wie Senior- und Junior-Tranchen sowie den Earn-out-Mechanismus, der an das Geschäft geknüpft ist.
Die staatliche polnische Fluggesellschaftengruppe PGL, zu der auch LOT gehört, hatte einen Kauf von Condor erwogen, zog sich aber in letzter Minute wegen der COVID-19-Risiken zurück. Attestors Beteiligung wirft zudem strukturelle Herausforderungen auf, da die Rolle des britischen Unternehmens im Deal weiterhin problematisch bleibt. Die Airline steht nun vor einer entscheidenden Frist am 30. September 2026, wenn ihre Vereinbarungen mit der Regierung und dem Investor auf den Prüfstand kommen.
Die Folge markiert den ersten vertieften Einblick des Gedankenflüge-Podcasts und könnte ein neues eigenständiges Format einläuten. Sie rekonstruiert, wie die Rettung von Condor ablief – und warum die langfristige Stabilität der Airline weiterhin fraglich ist.
Der Podcast zeigt, dass Condors Überleben von ungelösten Finanzstrukturen und einem unsicheren Verkauf abhängt. Da sich bisher kein Käufer abzeichnet, wird das Schicksal der Airline von den Verhandlungen zwischen der Regierung, dem Investor und dem Erbe des Thomas-Cook-Zusammenbruchs bestimmt.






