Wie ein Kriegsring und David Bowie ein Hotel in der Provence wiederbelebten
Matteo WolfWie ein Kriegsring und David Bowie ein Hotel in der Provence wiederbelebten
Ein historisches Hotel in Cotignac, Frankreich, hat nach Jahrzehnten des Stillstands wieder seine Türen geöffnet. Das Lou Calen, einst ein lebendiger Rückzugsort für Stars wie David Bowie, verbindet heute Kunst, Gastfreundschaft und eine außergewöhnliche persönliche Geschichte. Seine Wiedergeburt geht auf ein kleines Mädchen, ein Kriegsversprechen und einen Ring eines amerikanischen Soldaten im Jahr 1944 zurück.
Die Geschichte des Lou Calen begann im August 1944, als die zehnjährige Huguette anlässlichen des Befreiungstags von Cotignac von einem US-Soldaten einen Ring geschenkt bekam. Diese kleine Geste wurde zu einer lebenslangen Verbindung. Jahre später kaufte sie ein Haus im Dorf und verwandelte es 1972 in das Hotel und Restaurant Lou Calen.
Fast drei Jahrzehnte lang zog das Haus prominente Gäste an – von David Bowie bis zu Mitgliedern von Pink Floyd. Doch 1999 schloss es seine Pforten, und das Gebäude stand über 20 Jahre lang leer. Unterdessen führte Huguettes eigener Lebensweg sie nach Palm Springs, wo sie ein weiteres Restaurant eröffnete – und durch einen Zufall den Soldaten wiedertraf, der ihr einst den Ring geschenkt hatte.
2015 erwarb der kanadische Unternehmer Graham Porter das verlassene Anwesen. Er restaurierte das Lou Calen, fügte ein Kunstzentrum, eine Bar und frisch gestaltete Gästezimmer hinzu. Das Hotel eröffnete mit einer neuen Identität: als kultureller Treffpunkt, der in Huguettes Erbe verwurzelt ist. Heute zieht es ein internationales Publikum an, wobei Amerikaner die größte Besuchergruppe stellen.
Huguette bleibt dem Ort eng verbunden – sogar mit einem Kochbuch, in dem sie ihre provenzalischen Rezepte festhielt. Ihre Geschichte, von einer Kriegskindheit bis zum kulinarischen Ruhm, prägt noch immer den Geist des Hotels.
Das Lou Calen ist heute sowohl ein stilvolles Refugium als auch ein lebendiges Stück Geschichte. Die Mischung aus Kunst, Musik und provenzalischem Charme lockt weiterhin Gäste aus aller Welt an. Mit Huguettes Rezepten auf der Speisekarte und ihren Erinnerungen in den Mauern ehrt das Haus eine Vergangenheit, die mit einem einfachen Ring und der Güte eines Soldaten begann.






