Wolfsburgs italienische Gemeinschaft wehrt sich gegen Kürzung ihres bilingualen Schulprogramms
Ella WagnerWolfsburgs italienische Gemeinschaft wehrt sich gegen Kürzung ihres bilingualen Schulprogramms
Wolfsburgs italienische Gemeinschaft kämpft um den Erhalt ihres zweisprachigen Bildungsprogramms
Eine Online-Petition hat in nur vier Tagen bereits über 550 Unterschriften gesammelt. Ziel der Kampagne ist es, zu verhindern, dass die Stadt eine der beiden deutsch-italienischen Klassen an der Leonardo-da-Vinci-Schule streicht.
Der Streit spiegelt die tief verwurzelten italienischen Wurzeln Wolfsburgs wider, die auf 60.000 Migranten zurückgehen, die in den 1960er-Jahren in die Stadt kamen. Eltern und Lehrkräfte argumentieren nun, dass eine Kürzung des Programms einen zentralen Teil des kulturellen Erbes der Stadt schwächen würde.
Die Leonardo-da-Vinci-Grund- und Gesamtschule bietet derzeit zwei bilingualen Deutsch-Italienisch-Klassen an – die einzigen ihrer Art in Wolfsburg. Zwar sind diese Klassen aktuell nur zu etwa 70 Prozent ausgelastet, doch Befürworter betonen, wie wichtig das Programm sowohl für die Bildung als auch für die kulturelle Verbindung bleibt.
Die Stadtverwaltung plant, die beiden Klassen ab dem Schuljahr 2026/27 zusammenzulegen. Diese Entscheidung hat Protest ausgelöst: In der Petition fordern die Unterzeichner die Stadtverwaltung und Schulbehörden auf, beide Klassen zu erhalten. Eltern und Pädagogen verweisen auf die Vorteile des zweisprachigen Lernens und warnen, dass Kürzungen die Chancen der Schülerinnen und Schüler einschränken würden.
Der italienische Einfluss in Wolfsburg reicht bis in die 1960er-Jahre zurück, als Tausende Arbeiter aus Italien in die Stadt zogen. Ihr Erbe prägt die Stadt bis heute – für viele Familien hat der Erhalt der zweisprachigen Bildung daher hohe Priorität. Das schnelle Wachstum der Petition zeigt, wie sehr der Gemeinschaft daran liegt, das Programm zu bewahren.
Nun steht die Stadt vor der Wahl zwischen Kostensenkung und der Bewahrung einer langjährigen Bildungstradition. Sollten die Kürzungen umgesetzt werden, bleibt ab 2026 nur noch eine bilingualer Klasse erhalten. Bis dahin sammelt die Petition weiter Unterstützung – die Initiatoren hoffen, die Entscheidung noch vor Inkrafttreten der Änderungen rückgängig zu machen.






