Bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch Knödel, Hasen und Bratwürste
Matteo WolfWenn es grün ist, hopse weiter - besondere Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch Knödel, Hasen und Bratwürste
Mehrere bayerische Städte tauschen Standard-Ampelmännchen gegen regionale Kultursymbole aus
Von einer Knödel werfenden Frau in Deggendorf bis zu Albrecht Dürers Feldhasen in Nürnberg – die Umgestaltung der Fußgängerampeln spiegelt den regionalen Stolz wider. Doch nicht alle Vorschläge setzten sich reibungslos durch: Manche wurden zunächst abgelehnt, bevor sie schließlich genehmigt wurden.
Mittlerweile zeigen in mindestens neun bayerischen Städten die Ampeln lokale Motive. München hat drei "Pumuckl"-Figuren, Straubing den "Bruder Straubinger", und in Dachau tragen die Ampelmännchen Tracht. Deggendorf zeigt eine Frau, die Knödel wirft, Bayreuth wird bis Mitte 2025 eine Richard-Wagner-Figur einführen, und Coburg plant ein Rostbratwurst-Design.
Nürnberg brachte seinen Dürer-Hasen im Februar 2026 ohne landesweite Genehmigung an. Die Stadt argumentiert, dass die Gestaltung von Ampeln in ihre eigene Zuständigkeit falle. Der "Wärschtlamo", ein Würstchenverkäufer in Hof, wurde zunächst abgelehnt. Erst als die SPD-Stadtratsfraktion die 3.000 Euro übernahm, erhielt der Vorschlag später grünes Licht.
Augsburgs "Kasperl"-Ampel beim Theater behält aus Sicherheitsgründen die klassische rote Figur. Dachau, ermutigt durch positive Rückmeldungen, will bald weitere thematische Ampeln aufstellen. Die Stadt gab nur 300 Euro für Schablonen und Design aus.
Das bayerische Innenministerium lehnt die individuellen Entwürfe ab. Beamte betonen, dass Ampeln sofort erkennbar sein müssen, um Verwirrung zu vermeiden. Trotzdem wächst die Begeisterung für kulturelle Symbole vor Ort weiter.
Der Trend zu regionalen Ampelmännchen breitet sich in Bayern aus Städte wie Dachau und Hof erweitern ihre Designs, während andere ihr Recht auf lokale Motive verteidigen. Die Debatte zwischen regionaler Identität und einheitlichen Sicherheitsvorschriften bleibt vorerst ungelöst.






