BayWa kämpft mit Verlusten – während Agravis in Süddeutschland expandiert
Tim LangBayWa kämpft mit Verlusten – während Agravis in Süddeutschland expandiert
Deutschlands Agrarhandelssektor erlebt gegensätzliche Entwicklungen bei seinen größten Akteuren. Der Marktführer BayWa AG verzeichnet sinkende Umsätze und finanzielle Schwierigkeiten, während die zweitgrößte Handelsgruppe Agravis Raiffeisen AG in Süddeutschland expandiert und stabile Erträge vorweist.
Für die BayWa AG war das vergangene Jahr herausfordernd: Im ersten Dreivierteljahr 2025 fiel der Umsatz auf 9,6 Milliarden Euro. Das Unternehmen kämpft nun mit Umstrukturierungsmaßnahmen und einer hohen Schuldenlast.
Die Agravis Raiffeisen AG hingegen hielt ihren Umsatz im letzten Geschäftsjahr mit 8,4 Milliarden Euro nahezu konstant. Der Gewinn vor Steuern stieg im Vergleich zum Vorjahr von 65 Millionen auf 70,1 Millionen Euro. Allerdings veröffentlichte das Unternehmen keine Angaben zum Nettogewinn nach allen Abzügen.
Traditionell ist Agravis vor allem in einem Kernmarkt von den Niederlanden bis Polen aktiv, mit Schwerpunkten in Nordwest- und Ostdeutschland. Nun drängt das Unternehmen in den Süden Deutschlands vor – insbesondere nach Bayern und Baden-Württemberg. Dort wird es als Partner lokaler Genossenschaften agieren, statt eigene Markenstandorte aufzubauen.
In den vergangenen fünf Jahren hat Agravis seine Position als stabiler Zweiter im deutschen Agrarhandel gehalten. Der Marktanteil lag konsequent zwischen 18 und 20 Prozent, hinter BayWa (25–28 Prozent), aber vor Wettbewerbern wie AMBIT (10–12 Prozent) und der Raiffeisen Waren GmbH (8–10 Prozent). Trotz Branchenherausforderungen – etwa durch die Folgen des Ukraine-Kriegs – erzielte Agravis jährlich Umsätze von 9 bis 10 Milliarden Euro.
Während BayWas finanzielle Probleme die aktuellen Schwierigkeiten in einem hart umkämpften Markt unterstreichen, baut Agravis seine regionale Präsenz aus und hält die Gewinne stabil. Die Expansion in Süddeutschland markiert dabei einen strategischen Kurswechsel, bei dem das Unternehmen die Zusammenarbeit mit lokalen Genossenschaften stärkt.






