Jungheinrich vor Führungswechsel: Finanzvorständin Heike Wulff verlässt das Unternehmen überraschend
Matteo WolfJungheinrich vor Führungswechsel: Finanzvorständin Heike Wulff verlässt das Unternehmen überraschend
Jungheinrich kündigt Führungswechsel an, nachdem Finanzvorständin Heike Wulff das Unternehmen früher als geplant verlassen hat. Die Entscheidung fällt in eine Phase deutlicher Ergebnisrückgänge und eines Marktwertverlusts von rund 30 Prozent seit Ende 2025. Vorläufig übernimmt CEO Lars Brzoska die Leitung des Finanzressorts.
Heike Wulff war Anfang 2026 in den Vorstand von Jungheinrich eingetreten, ihr ursprünglich bis Mai 2027 laufender Vertrag wurde nun vorzeitig beendet. Auf Vorschlag des Aufsichtsrats und in beidseitigem Einvernehmen wurde auf eine Verlängerung verzichtet – offizielle Gründe für den vorzeitigen Abschied wurden nicht genannt.
Das Unternehmen steht vor wachsenden finanziellen Herausforderungen: Im ersten Quartal dieses Jahres brach das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um die Hälfte ein. Ein Streik im Werk Lüneburg sowie verschärfter Wettbewerb belasteten die Geschäfte zusätzlich und verschlechterten die Performance weiter.
Auch die Marktkapitalisierung von Jungheinrich schrumpfte auf etwa 2,6 Milliarden Euro – ein Rückgang von fast 30 Prozent seit Ende 2025. Die Aktienstruktur des Unternehmens bleibt gespalten: 54 Millionen stimmberechtigte Stammaktien, die je zur Hälfte den Familien der beiden Töchter des Firmengründers gehören, stehen 45 Millionen stimmrechtslosen Vorzugsaktien gegenüber, die mehrheitlich im MDAX gehandelt werden.
Bis eine dauerhafte Nachfolge gefunden ist, wird CEO Lars Brzoska die Finanzabteilung kommissarisch leiten. Mit dem Abgang von Heike Wulff steht Jungheinrich vor der Aufgabe, in einer schwierigen Phase einen neuen Finanzvorstand zu finden. Angesichts des Ergebnisdrucks und des sinkenden Börsenwerts kommt es nun darauf an, die finanzielle Führung schnell zu stabilisieren. Brzoskas interimistische Rolle soll die Übergangsphase bis zur Besetzung der Position überbrücken.






