07 May 2026, 06:06

NRW-Polizei baut OSINT-Einheiten massiv aus für digitale Ermittlungen

Polizeibeamte sitzen an einem Tisch während einer Schulung, mit Mobiltelefonen und anderen Gegenständen auf dem Tisch, in einem Raum mit Fenstern und Deckenbeleuchtung.

NRW-Polizei baut OSINT-Einheiten massiv aus für digitale Ermittlungen

Nordrhein-Westfalens Polizei stärkt digitale Ermittlungen mit großem OSINT-Ausbau

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Die Polizei in Nordrhein-Westfalen setzt auf eine deutliche Aufstockung ihrer Kompetenzen im Bereich Open Source Intelligence (OSINT), um die Fähigkeiten der Behörden bei der Sammlung und Auswertung öffentlich zugänglicher digitaler Informationen zu verbessern. Eine spezialisierte Einheit im Landeskriminalamt (LKA) treibt die Initiative voran und schult Beamte in der gesamten Region in modernen Überwachungsmethoden.

Was als kleines Zweier-Team im LKA begann, ist heute eine 16-köpfige Abteilung mit IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftlern. Fabian Coenen, Leiter der Unterabteilung 22.2 in Düsseldorf, koordiniert den Schwerpunkt auf politisch motivierte Kriminalität unter Einsatz von OSINT-Techniken.

Unter dem Projektnamen «Digitale Streife» stellte das LKA zehn zusätzliche Beamte ein, davon sechs für Coenens Einheit. Fast 100 weitere Polizisten in sechs regionalen Behörden durchlaufen derzeit eine spezielle Ausbildung. Darunter ist die 28-jährige Laura Ellrich, die 2022 zur Staatsschutzabteilung stieß und nun gemeinsam mit Coenen an OSINT-Ermittlungen arbeitet.

Die Schulungen finden im Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss statt. Marc Restemeyer, ein 37-jähriger Regierungsausbilder, leitet die Kurse für neue LKA-Rekruten und Beamte der «Digitalen Streife»-Einheiten. Das Programm vermittelt, wie man aus sozialen Medien, öffentlichen Registern und anderen offenen digitalen Quellen Erkenntnisse gewinnt.

Sechs spezialisierte Staatsschutzeinheiten bieten mittlerweile OSINT-Unterstützung für dringende Einsätze – insbesondere bei schnell eskalierenden politischen Ereignissen. Ihre Aufgaben umfassen Echtzeit-Überwachung und schnelle Analysen in Krisensituationen.

Die OSINT-Offensive markiert einen grundlegenden Wandel in der Art und Weise, wie die nordrhein-westfälische Polizei digitale Beweise sammelt und nutzt. Mit erweiterten Teams und strukturierten Ausbildungsprogrammen ist die Behörde besser gerüstet, um Online-Bedrohungen und politisch brisante Fälle zu bewältigen. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass Beamte in der gesamten Region über einheitliche Fortgeschrittenen-Kenntnisse in Open-Source-Ermittlungen verfügen.

Quelle