30 April 2026, 10:07

Klingbeils Steuerreform: Krypto-Investoren sollen 2 Milliarden Euro zahlen

Tortendiagramm, das die Marktkapitalisierung von Kryptowährungen im Jahr 2016 zeigt, mit Abschnitten für Bitcoin, Ethereum und Litecoin.

Klingbeils Steuerreform: Krypto-Investoren sollen 2 Milliarden Euro zahlen

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat Pläne vorgestellt, durch strengere Besteuerung von Kryptowährungen bis 2027 zusätzliche 2 Milliarden Euro einzunehmen. Die Initiative zielt auf die Bekämpfung von Steuerhinterziehung ab und könnte die bisherige steuerfreie Haltedauer für Krypto-Investoren abschaffen. Sollten die Änderungen verabschiedet werden, wären sie ein grundlegender Wandel in der Besteuerung digitaler Vermögenswerte in Deutschland.

Aktuell zahlen deutsche Anleger keine Steuern auf Gewinne aus Kryptowährungen, wenn sie diese länger als zwölf Monate halten. Verkäufe innerhalb eines Jahres unterliegen der Einkommensteuer, wobei Gewinne unter 1.000 Euro steuerfrei bleiben. Klingbeils Plan sieht schärfere Prüfungen, härtere Strafen für Steuerhinterzieher und mögliche Reformen der steuerfreien Haltedauer vor – eine der größten potenziellen Einnahmequellen.

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Eine neue EU-Richtlinie verpflichtet Krypto-Dienstleister nun, Transaktionsdaten zu melden, was die Verschleierung von Gewinnen erschwert. Dies passt zu Deutschlands Bestrebungen nach strengerer Aufsicht. Noch unklar ist jedoch, ob bestehende Anleger den neuen Regeln unterliegen oder – wie in Österreich 2022 – Bestandsinvestoren ausgenommen werden, als das Land vor der Reform erworbene Krypto-Bestände von den Änderungen ausnahm.

Eine diskutierte Option ist die Besteuerung von Krypto-Gewinnen wie bei klassischen Wertpapieren, also mit einer pauschalen Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich weiterer Abgaben. Bevor Änderungen in Kraft treten, muss der Vorschlag jedoch Bundestag und Bundesrat passieren. Ein formeller Gesetzentwurf ist der nächste Schritt.

Die Reformen könnten die Staatseinnahmen deutlich erhöhen und die Kontrolle über Krypto-Transaktionen verschärfen. Bei Umsetzung würden sie die deutschen Regelungen denen für Aktien und Anleihen angleichen. Die endgültige Entscheidung liegt nun bei den Abgeordneten, während die Debatten in den kommenden Monaten beginnen.

Quelle